„Das war spontane Liebe“

Entwicklungsschub am Domshof: Eröffnung des „Manufactum“-Warenhaus

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Früher die Schalterhalle der Bremer Bank – und ab heute ein Warenhaus des Versanhändlers „Manufactum“. Auf 1 000 Quadratmetern werden „Dinge des Alltags“ und Lebensmittel angeboten. Zudem gibt es ein Bistro. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Während allerorten über Zustand und Zukunft der Bremer Innenstadt diskutiert wird, gibt es an einer markanten Stelle einen Entwicklungsschub – am Domshof. Nachdem dort jüngst der Neubau der Bremer Landesbank eröffnet wurde, macht gegenüber am Donnerstag das „Manufactum“-Warenhaus auf.

Eingerichtet wird es in der Kassenhalle des historischen Bremer-Bank-Gebäudes. Wie berichtet, hatte der Investor Thomas Stefes („Stefespro“) als Geschäftsführer und Teilhaber der „Domshof 8–12 GmbH“ das Bauwerk übernommen. Das von 1902 bis 1904 nach Plänen von Albert Dunkel und Diedrich Tölken im Stil der Neorenaissance errichtete Bremer-Bank-Gebäude steht seit 1994 unter Denkmalschutz.

Nun kommt – demnächst – eine Markthalle hinein, in der Händler und kleine Lebensmittelmanufakturen aus Bremen und Umgebung ihre Waren anbieten. Das „Familienbündnis“ von Sparkasse und Heimstiftung hat im ersten Stock im August die „Kita Domshof“ mit 400 Quadratmeter großer Indoor-Spielfläche und Platz für 40 Kinder eröffnet. Heute folgt der Versandhändler „Manufactum“, der hier auf knapp 1 000 Quadratmetern Fläche sein bundesweit neuntes Warenhaus eingerichtet hat – sowie einen „Brot-und-Butter“-Laden.

„Substanz“ und „Qualität“

„Manufactum“ öffnet Donnerstag, ab 12 Uhr – und anschließend montags bis sonnabends in der Zeit von 10 bis 19 Uhr. Die prachtvolle, über ein kunstvolles Oberlicht von Tageslicht durchflutete frühere Schalterhalle wirkt wie gemacht für ein Warenhaus, das für Begriffe wie „Substanz“ und „Qualität“ stehen will, für das Dauerhafte an sich.

Seit fast zehn Jahren habe man in Bremen einen geeigneten Ort gesucht, so Geschäftsführer Dr. Christopher Heinemann. Der Bremer-Bank-Bau sei dann „spontane Liebe“ gewesen: „Das passt zu 100 Prozent zu uns – mit der Geschichte.“

Und auch wegen der Lage: „Dicht dran am Konsum, aber auch weit genug weg.“ Nie würde man in ein Center gehen. „Wir haben hier eine unverwechselbare Atmosphäre, das ist uns immer ganz wichtig.“

Aus dem Meer gefischte Kunststoffreste

Küchenartikel und Kleidung, Büromaterial und Gartenaccessoires – angeboten werden hier nun „Dinge des Alltags, die lange halten“. Dinge, die man „gebrauchen, nicht verbrauchen“ könne. Das unter dem Glasdach ausgebreitete Sortiment wirkt wie ein begehbarer „Manufactum“-Katalog (nur ohne die charakteristischen Texte): Tischkicker aus Holz, Notizbuch aus Dünndruckpapier, Pfefferminzpastillen aus England. Druckbleistifte „mit Vorschubautomatik“, Briefsammler aus Buchenholz, der Fernsprecher „W 48“ aus Bakelit. Und so weiter, und so fort. Das ist mal durchaus nostalgisch, mal ganz auf der Höhe der Zeit – etwa bei Schuhen, die aus recycelten Kunststoffresten bestehen, die aus dem Meer gefischt wurden. Das gute Gewissen gehört hier zum Verkaufskonzept – was auch für die Lebensmittel gilt.

Traditionelle Herstellung ein Thema

250 der 1 000 Quadratmeter füllt „Brot und Butter“. Traditionelle Herstellung ist ein großes Thema – etwa beim hier gebackenen Sauerteigbrot. Seit zehn Jahren schon arbeitet „Brot und Butter“ mit der Bremer Roland-Mühle zusammen – und verwendet die Mehlsorte „Grüner Roland“. Hinzu kommen Käste- und Wurstspezialitäten.

Und die Gastronomie. Das Bistro bietet im Innenbereich 80 Plätze – und 50 weitere Plätze außen. Auf dem Domshof, mit Blick auf Dom, Rathaus und Landesbank-Neubau. Auch in dieser zusätzlichen Belebung des nachmittags – nach Wochenmarkt-Schluss – kaum noch genutzten Platzes liegt eine Aufwertung der Innenstadt.

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