„Fockes Fest“ in Bremen

„Sonnenbeschwörungssamba“ bei Platzregen

Der „Sternenhimmel“ heißt ein altes Fadenspiel. In 16 Schritten erzeugte Manfred Polzin bei „Fockes Fest“ dieses Netz. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Wolken und Platzregen, das ist wahrlich kein Geburtstagsgeschenk. Trotzdem fand am gestern Nachmittag die 20. Ausgabe von „Fockes Fest“ im Focke-Museum statt. Und es kamen auch einigermaßen viele Gäste.

Ein donnernder Trommel-Samba hallt durch das Museum. Acht aufwendig verkleidete Musiker der Gruppe „Jacaré“ gehen durch den Flur am Eingang, verlassen kurz das Gebäude, um dann mit sonnigen Rhythmen für Stimmung zu sorgen. Die Zuschauer sind begeistert und applaudieren. Für den Moment scheint vergessen, dass die bunte Veranstaltung das Wetter nicht auf ihrer Seite hat. Die Musiker gehen. „Das war ein Sonnenbeschwörungssamba“, sagt Frauke von der Haar, Direktorin des Focke-Museums. Ebenfalls da ist Ex-Bürgermeister Henning Scherf (SPD), genauso wie vor 20 Jahren und viele Male dazwischen. „Das Fest ist wichtig für das Konzept dieses Museums und auch für die Stadt“, sagt er.

Ein traditionelles Highlight darf beim Jubiläum nicht fehlen: Butterkuchen, ganz frisch aus dem Ofen. Den gibt es im und beim Bauernhaus. Die Nachfrage schwankt mit dem Wetter, da viele Leute nicht bis hier kommen. Ute Brünning steht hinter dem Tresen des Verkaufstands und nimmt die Sache gelassen. „Das ist die Natur“, sagt sie. Einige Augenblicke später wird es aber plötzlich voll.

Beliebt bei Kindern ist das Freiluftkegeln: An einem Seil hängt ein schwerer Ballen. Drei Versuche haben die Spieler, um neun aufgestellte Kegel umzuschmeißen. Der siebenjährige Joost hat den Dreh raus. Beim ersten Wurf fallen schon fünf Kegel. Beim dritten steht noch einer. Doch der kippt dann auch um. Joost strahlt und darf sich ein paar Süßigkeiten nehmen.

Großer Andrang hat auch der Stand der Gruppe „Aboinudi“, an dem die Gäste Fadenspieler von Urvölkern lernen können. Der Name ist eine Kurzform für „Aborigines, Inuit und Indianer“, von denen die Spiele stammen. Manfred Polzin zeigt anspruchsvolle Tricks. Er legt einen Faden um die Hand, bewegt seine Hände so das Schlaufen entstehen. Nach 16  Handbewegungen hat er ein formschönes Netz, den „Sternenhimmel“.

Best of 20 Jahre Fockes Fest

Umringt von Groß und Klein ist Museumspädagoge Klaus Haller aus Osnabrück. Er hat Nachbildungen von Geschirr aus der Steinzeit und Werkzeuge aus der Eisenzeit dabei. Kurz nimmt er seinen „Dessauer“, die Nachbildung einer in Dessau gefundenen großen Zange, hebt ein Stück glühendes Metall aus dem Feuer und lässt es von Kindern auf dem Amboss bearbeiten. Josef Fanger schaut fasziniert zu. „Das ist toll hier auf dem Fest, vor allem was die Kinder hier lernen. Das bleibt im Kopf drin“, sagt er. Bei diesen Worten kommt die Sonne für einige Zeit durch.

Mehr zum Thema:

Internationales Fußballturnier in Großenkneten

Internationales Fußballturnier in Großenkneten

Fast 10 000 Tote durch Moskaus Syrien-Einsatz

Fast 10 000 Tote durch Moskaus Syrien-Einsatz

Polizeidirektor versetzt Johann-Dieter Oldenburg in Ruhestand

Polizeidirektor versetzt Johann-Dieter Oldenburg in Ruhestand

Tag der offenen Tür in der Christian-Hülsmeyer-Schule

Tag der offenen Tür in der Christian-Hülsmeyer-Schule

Meistgelesene Artikel

„Venuslauf“ mit neuer Rekordmarke

„Venuslauf“ mit neuer Rekordmarke

Deutsches Milchkontor baut 250 Stellen ab

Deutsches Milchkontor baut 250 Stellen ab

Radfahrer am Rembertiring von Auto erfasst

Radfahrer am Rembertiring von Auto erfasst

Brennender Greifbagger auf Schrottplatz in Bremen

Brennender Greifbagger auf Schrottplatz in Bremen

Kommentare