VBN-Bilanz: Digitale Anwendungen starten im öffentlichen Nahverkehr durch

Mit dem Smartphone auf Tour

Unterwegs im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen – ein Umland-Bus mit VBN-Signet am Bremer Hauptbahnhof. Im VBN sind 40 regionale Verkehrsbetriebe zusammengeschlossen. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Das „Handy-Ticket“ fährt auf der Überholspur – auch in den Bussen und Bahnen des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (VBN). „Wir verzeichnen monatlich Zuwachsraten von 15 Prozent“, sagte VBN-Geschäftsführer Rainer Counen gestern bei der Präsentation der VBN-Bilanz in Bremen.

Die Zuwachsraten entspringen zwar einem vergleichsweise niedrigen Niveau, aber sie sind zugleich ein deutliches Signal: Das Smartphone hat auch im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Vorfahrt. Tickets gibt es längst nicht mehr nur am Automaten, am Schalter oder im Einzelhandel.

Seit gut einem Jahr – seit Mai 2015 – bietet der VBN „Handy-Tickets“ an. Inzwischen liegt die Zahl der dafür registrierten Nutzer bei 15 000 Kunden. Insgesamt wurden seit dem Start etwa 45 000 „Handy-Tickets“ über diesen neuen Vertriebsweg verkauft.

Die Steigerungsraten zeigten, dass „diesem Vertriebskanal mit der schnellen Entwicklung im Smartphone- und App-Bereich die Zukunft gehört“, hieß es gestern beim VBN weiter. Geplant ist es, dass Angebot noch auszuweiten – zum Beispiel durch die Erweiterung um eine „BOB“-Anwendung („Bequem ohne Bargeld, bisher nur als Chipkarte). Die VBN-Strategen hoffen zudem, durch digitale Anwendungen Kunden zu erreichen, die bislang keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzt haben – etwa, weil ihnen der Ticket-Kauf zu umständlich ist.

Auch Informationen über Fahrpläne sind via Smartphone abrufbar. 13 der 40 VBN-Partner bieten Infos in Echtzeit an, weitere fünf folgen dieses Jahr – darunter Allerbus (Verden), VGH (Hoya) und DHE (Harpstedt).

Kunden erreichen – das ist ein großes Thema im Verbund. In manchen ländlichen Gebieten ist der öffentliche Nahverkehr – mit Blick auf die demografische Entwicklung – auf dem Abstellgleis. So macht man sich Gedanken über die „Sicherung von Mobilität und Versorgung in ländlichen Räumen“, wie Christof Herr es ausdrückt, der Geschäftsführer des Zweckverbands Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN). Ein Mittel dazu sind die ehrenamtlich betriebenen Bürgerbus-Linien. Im VBN-Gebiet gibt es 20 davon. Sie fahren in einer Erfolgsspur: „Auf den Bürgerbus-Linien wurden 2015 etwa 280.000 Fahrgäste befördert, was einem Zuwachs von rund 20 Prozent entspricht“, hieß es. Auch die „Erhöhung der Einzugsradien von Haltestellen“ soll für eine bessere Auslastung sorgen. Ein Gedanke sind Ladestationen für Elektroautos und -räder an Haltepunkten, wie es gegenwärtig im Landkreis Osterholz ausprobiert wird.

Zurück zur Bilanz. Die Fahrgeldeinnahmen des VBN sind im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent von 198,5 Millionen Euro auf 206,2 Millionen Euro gestiegen. Zugleich gingen die Fahrgastzahlen leicht zurück – um 0,9 Prozent auf 172,5 Millionen. Der VBN erklärte die Mehreinnahmen mit Veränderungen im Tarifsystem. Im ersten Quartal des laufenden Jahres seien Fahrgastzahlen und Einnahmen gestiegen – die Fahrgastzahlen um 3,2 Prozent von 36,8 Millionen auf 38 Millionen, die Einnahmen um 7,2 Prozent von 46,2 Millionen Euro auf 49,5 Millionen Euro. Die Fahrgäste müssen sich auf einen „moderaten“ Preisanstieg einstellen, so VBN-Chef Counen.

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