„Circo Aquatico“ feiert Premiere

Showtime über dem Springbrunnen

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Wasser marsch! Der „Circo Aquatico“ punktet mit seinem speziellen Konzept von Wasser und Akrobatik.

Bremen - Von Steffen Koller. Wenn die Manege zur Unterwasserwelt wird und Seepferdchen Jetski fahren, dann kann das nur eines bedeuten: Der „Circo Aquatico“ ist da.

Am Mittwochabend feierte der Zirkus mit seinem speziellen Konzept Premiere auf der Bremer Bürgerweide. Mehr als 1.000 Zuschauer sahen das nasse Spektakel. Ein Spektakel das im Großen überzeugt, anderen Darbietungen aber sprichwörtlich nicht das Wasser reichen kann.

Stockdunkel ist es, als imaginäre Wassertropfen auf die Köpfe der Zuschauer fallen. Leichte Klarinettentöne schwirren durch die Manege, Wellen schwappen gegen die Außenwand eines riesigen Beckens, das die Bühne umrahmt. Geheimnisvoll geht es zu, bevor die ersten Darsteller sich dem Publikum präsentieren. 

Doch die Stille wird im Nu unterbrochen. Frauen in bunten Kleidern tanzen, riesige Haie und Schildkröten wandern auf und ab. Es ist Showtime! Gut eineinhalb Stunden entführen Jongleure, Seiltänzer und Akrobaten die Besucher in die Welt der „Hai Society“. Eine Geschichte von Gut und Böse, von Nixen und Clowns in Netzstrümpfen.

Der Zirkus nimmt die Menschen mit in ein Universum, wo Schwerkraft nur bedingt eine Rolle spielt und Körperbeherrschung zum guten Ton gehört. Diabolos kreisen durch die Luft, Kegel fliegen über die Köpfe der Artisten. 

Spätestens als die erste Nummer das Element des kühlen Nass verlässt, wird deutlich, dass das kein „normaler“ Zirkus ist. Wasserfontänen richten sich Richtung Zirkuskuppel, eine stählerne Vorrichtung gleitet lautlos dem Himmel entgegen. Umgeben von mehr als 100.000 Litern Wasser zeigen die Artisten, was es heißt, physikalischen Gesetzen zu trotzen – und so das Publikum zu begeistern.

Familiär geht es zu, als Clowns durch die Reihen wandern und dabei nicht nur Popcorn werfen. Hier einen Zuschauern rausgepickt, dort einen nass gemacht. Was für die Clowns und einzelne akrobatische Elemente gilt, lässt sich leider nicht auf alle Nummern übertragen. Viele Darbietungen zeugen zwar von Körperbeherrschung par excellence, im Vergleich jedoch fällt der „Circo Aquatico“ etwas ab, zeigt nicht die Nummern, die ihn vielleicht von anderen Zirkussen abheben. Kleine Fehler sind – das ist menschlich und auch sympathisch – erlaubt, doch in der Menge an diesem Abend etwas zu viel.

Der „Circo Aquatico“ lebt vom Gesamtkonzept, vom Wasser und den Möglichkeiten, die das Element auch rein optisch zu bieten hat. Tolle Lichtreflexionen spiegeln sich in Fontänen wider, die gelungenen Kostüme zeigen den Einfallsreichtum der Menschen hinter der Bühne. Ein gelungener Abend für jeden, der nicht die perfekte Akrobatik sucht, aber ein rundes Programm erwartet.

Premiere von „Circo Aquatico“ auf der Bürgerweide 

Der Zirkus gastiert bis zum 11. Dezember auf der Bremer Bürgerweide. Karten gibt es ab 13 Euro unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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