Kinderproben für „Ich war noch niemals in New York“ sind in vollem Gange

Sechs Knirpse für eine Hauptrolle

Zack, da gehen die Arme hoch: Vincent (v.l.), Coach Jana Nagy, Amaru, Luis, Toni, Nick und Simon trainieren für ihren großen Auftritt und haben auch noch Spaß dabei. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowaleswki. Es ist schon irgendwie lustig: Sechs Knirpse im Alter von ungefähr zehn Jahren singen den Udo-Jürgens-Hit „Mit 66 Jahren“. Dazu tanzen sie eine wilde Choreographie. Sie alle wurden unter anderem mit diesem Song gecasted für die Rolle des kleinen Florians in dem Musical „Ich war noch niemals in New York“.

Kurz vorher hat der kleine Florian in dem Stück noch seinen Opa gesucht. Der ist verliebt und nicht mehr aufzufinden. „80 ist das neue 60“, sagt er kurz vor dem Song. „Das ist absolut witzig, wenn so ein kleiner Knirps das sagt. Das Publikum ist meist schon so 60 Jahre alt. Die schmunzeln dann“, sagt Jana Nagy, Kindercoach der Show. „Die ganze Rolle ist so richtig frech.“

Zweimal mussten die sechs Jungen zum Casting kommen. „Ich habe den Song vor dem Casting so oft gesungen, bis meine Eltern die Schnauze voll hatten“, sagt Vincent aus Bremen. Er hat schon in seiner Gemeinde geschauspielert und musste für das Casting nicht lange überredet werden.

Der kleine Luis aus Thedinghausen verdankt seine Teilnahme seiner Tante. „Die hat davon in der Zeitung gelesen und sofort an mich gedacht. Auch meine Mutter fand das toll“, sagt er. Am Anfang war er nicht Feuer und Flamme, aber nach einiger Zeit bekam er Lust auf das Casting. Simon aus Oyten freut sich dabei zu sein. Er mag die Songs von Udo Jürgens. Wie das bei seinen Klassenkameraden ist, weiß er nicht. Aber sicher ist: Seine besten Freunde finden toll, dass er die Rolle hat.

Da achtmal pro Woche gespielt werden soll, wurde die Rolle sechsmal vergeben. Schließlich kommen die kleinen Schauspieler nach vielen der Aufführung sehr spät ins Bett und dürfen auch rechtlich nur zweimal pro Woche auf die Bühne. Bei jeder Show sind die kleinen Darsteller zwei Stunden auf der Bühne, denn der kleine Florian ist eine Hauptrolle in dem Musical. „Das ist der Sohn des Hauptdarstellers. Der Sucht seinen aus dem Altersheim abgehauenen Vater und verliebt sich. Florian ist andauernd auf der Bühne“, sagt Nagy.

Zwei Wochen Coaching mit drei bis vier Trainings pro Woche sind schon rum. Eine Woche steht noch bevor. Dann fliegen alle nach Salzburg, wo das Ensemble des Musicals zurzeit spielt. Dort proben die kleinen Schauspieler drei Tage zusammen mit den großen. Danach gibt es noch einen Tag Probe in Bremen, bevor es ernst wird. Dann muss Coach Nagy die Kinder in das Spiel mit den Erwachsenen eingefühlt haben. Simon weiß schon, was er kurz vor dem Auftritt machen will. „Nochmal Luft holen“, sagt er. Luis wird wohl noch einmal den Text angucken, bevor es hinaus in das Licht der Scheinwerfer geht.

„Ich war noch niemals in New York“ läuft vom 18. September bis zum 9. Oktober im Musicaltheater am Richtweg. Shows sind dienstags bis freitags jeweils einmal täglich, sonnabends und sonntags zweimal täglich geplant. Tickets gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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