Werke des Stipendiaten Buhle Wonder Mbambo im Haus der Bürgerschaft

Schönheit in der Traurigkeit

Buhle Wonder Mbambo vor zweien seiner drei ausgestellten Werke. Wie der Junge auf dem Bild „Führung“ (r.) schaut er zu dem roten Vogel auf und schafft so eine perfekte Verbindung mit dem immer wiederkehrenden Symbol in seinen Bildern. - Foto: Sussek

Bremen - Von Ralf Sussek. Die Bilder sind groß, melancholisch und doch von Hoffnung geprägt: Gemalt hat sie Buhle Wonder Mbambo, ein Kunstspendiat aus Südafrika, der drei Monate lang, noch bis Ende Juni, in Bremen arbeitet. Zu sehen sind drei seiner großformatigen Werte nun im Foyer des Hauses der Bürgerschaft am Markt.

Mbambo wurde in Durban geboren. Und weil die drittgrößte Metropole Südafrikas eine Städtepartnerschaft mit Bremen unterhält, bot sich ihm die Möglichkeit, sich auf ein mehrmonatiges Kunststipendium in Bremen zu bewerben. „Man muss eine Städtepartnerschaft mit Leben erfüllen“, sagte Hausherr und Bürgerschaftspräsident Christian Weber zur Eröffnung der Mini-Ausstellung. Das Kunststipendium ist keine schlechte Möglichkeit.

Findet auch Mbambo, der nicht zum ersten Mal in der Hansestadt ist. 2011 arbeitete er zwei Wochen lang in Bremen, um mit anderen Künstlern aus Durban den Concordia-Tunnel zu gestalten.

Nicht erst seitdem hat sich sein Stil gewandelt; das bestätigt die freie Kuratorin Dr. Katerina Vatsella. Weniger gegenständlich, weniger illustrativ, weniger Menschen, symbolischer, aber immer noch alles andere als abstrakt – Mbambo entwickelt sich. Das ist für einen 27-Jährigen nicht ungewöhnlich, aber auch nicht selbstverständlich. Er wohnt in einer ehemaligen Hausmeisterwohnung der Bremer Heimstiftung, kann sich mit BSAG-Tickets und zum Teil freien Eintritt in Museen auch ordentlich Input holen – all das ist Teil des „Sachstipendiums“ (Vatsella), zu dem noch nicht einmal die Reisekosten nach Bremen gehören.

Und von dieser Möglichkeit des Inputs hat Mbambo reichlich Gebrauch gemacht, hatte Kontakt mit anderen Kulturschaffenden, aber auch mit Flüchtlingen. Was weniger dem Zeitgeist geschuldet ist als seinem eigenen Wirken. „Migration ist sein Thema“, sagt Vatsella, allerdings meistens die in seiner Heimat, die Wanderung vom Land in die Städte Südafrikas.

„In den Problemen, in der größten Traurigkeit suche ich die Schönheit“, sagt Mbambo, und das mit meist großformatigen Kohlezeichnungen. Was die Frage beantwortet, warum die Mini-Ausstellung im Haus der Bürgerschaft aus drei so großen Bildern besteht. „Es gab keine kleineren“, sagt Vasella.

Symbol für seine Arbeit ist auch die Zeichentechnik mit Kohle. Sie holt Mbambo immer wieder zurück zu seinen Wurzeln, in die Vergangenheit, als er mit den restlichen Holzkohlestücken aus der erkalteten Feuerstelle zu zeichnen begann, nachdem er das Trinkwasser abgekocht hatte. So sind seine Werke auch heute noch vornehmlich schwarz-weiß-grau, Akzente setzt er mit ganz dezenter Coloration von Details, ob Pastellkreide oder Acrylfarbe. Das ist wie ein Hoffnungsschimmer über der Szenerie, wie ein Lächeln, das der Traurigkeit trotzt. Und so wird diese Begrenztheit in seinen Werkzeugen zur Befreiung von den Zwängen einer hippen Kunst-Welt. Keine Experimente, könnte man meinen – die beschränkt Mbambo bisher auf Fotografie und Videos.

Ein wiederkehrendes Symbol sind die Vögel in seinen Bildern, die bei den drei Werken im Haus der Bürgerschaft auch coloriert sind. Wofür sie stehen? Für die Seele, für ein „gutes Schicksal“, sagt Mbambo. Und lächelt dabei.

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