Brunnen am Stavendamm mit neuem Anschluss

Schnoor-Attraktion sprudelt wieder

Der Brunnen „Beim Bade“ (oder auch: „Die Badenden“) am Stavendamm im Schnoor sprudelt jetzt wieder – nach fast 1 000 Tagen Pause. Das Kunstwerk hat einen neuen Wasseranschluss bekommen. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Im Schnoor wird wieder gebadet. Nein, dort hat kein Schwimmbad eröffnet. Aber der Brunnen „Beim Bade“ (oder auch: „Die Badenden“), der am Stavendamm steht, sprudelt nun wieder.

Die Arbeit des Bildhauers Jürgen Cominotto zählt zu den modernen Wahrzeichen des Schnoors. Vor 30 Jahren, 1986, ist das Kunstwerk aus Bronze und Granit aufgestellt worden. Der Schnoor-Verein „Heini Holtenbeen“ hatte den Brunnen gestiftet – eine Erinnerung an frühere Zeiten, als Seeleute die Badestuben am Stavendamm besuchten. Besatzungsmitglieder der in Bremen festmachenden Schiffe, so die Überlieferung, badeten in den Stuben nicht nur – sie trafen dort auch Frauen.

Die Arbeit von Jürgen Cominotto nimmt dieses Thema auf eine fröhliche Weise auf. „Der figürliche Teil wurde in Bronze gegossen“, heißt es auf der Homepage des Künstlers. Und weiter: „Der Sockel in Form eines Badezubers aus indischem Granit in Steinmetzarbeit gefertigt.“

Kunstwerk zum dritten Mal „eingeweiht“

Im Dezember 2007 stahlen Metalldiebe die Bronzeskulptur – ein recht spektakulärer Kunstraub, der Schlagzeilen machte. 40 engagierte Bürger, drei Unternehmen und eine Stiftung reagierten – gemeinsam wurde im Mai 2008 einen weiterer Abguss erworben und der Stadt gestiftet.

Von Beginn an – seit 1986 also – waren Einschalt-„Schieber“ und Wasseruhr des Brunnen im „Schifferhaus“ ganz in der Nähe des Brunnens installiert. Das geschah mit Zustimmung der damaligen Eigentümer. Inzwischen hat das einstige Privatmuseum mehrfach den Eigentümer gewechselt, berichtet Stefan Bader vom „Bremer Schnoor-Netzwerk“. Der gegenwärtige Besitzer habe den Brunnen 2013 aufgrund von Sanierungsarbeiten „trockengelegt“ und wolle mittlerweile „aus persönlichen Gründen“ nicht mehr für die Bedienung des „Schiebers“ zuständig sein, so Bader weiter.

Er und das „Schnoor-Netzwerk“ setzten sich ein, führten etliche Gespräche (unter anderem mit Behördenvertretern) – und das Ergebnis ist nun, dass das Wasser wieder fließt, dass „Die Badenden“ tatsächlich wieder baden. „Nach fast 1 000 Tagen ,Dürre‘ im Schnoor“, wie Bader es formuliert, wurde der Brunnen dieser Tage wieder in Betrieb genommen. Jetzt hat er einen eigenen Anschluss, der auf öffentlichem Grund liegt. Nach 1986 und 2008 wurde Cominottos Werk damit zum dritten Mal „eingeweiht“.

Der Künstler, 1952 in Bremen geboren, hat bei Waldemar Otto (Neptun-Brunnen) studiert. Er lebt heute in Ohorn bei Dresden. Arbeiten des Bildhauers stehen unter anderem in Oldenburg, Syke und Dresden. In Bremen sind weitere Plastiken Cominottos in Vegesack und im Ostertor (Ottilie Hoffmann) zu sehen.

www.bremer-schnoor-netzwerk.de/

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