Beatrice Egli sorgt für Furore im Musicaltheater

Schlagerschau mit einer Prise Rock

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Beatrice Egli brachte das Musicaltheater zum Brodeln. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. „Fliegen“, der erste Song auf dem neuen Album von Beatrice Egli eröffnet nicht nur den Abend, er liefert auch das tragende Motiv der Show, die am Donnerstagabend das Musicaltheater in einen brodelnden Stimmungskessel verwandelt. Bevor es losgeht, dienen drei Elemente, die einen Schmetterling ergeben, als Flughafen-Anzeige. Sogar die „Bremer Stadtmusikanten“ werden zum Einchecken aufgefordert. Die Show wird als „Flug um die Welt“ eröffnet. Danach folgt der Song „Kick im Augenblick“. Die etwa 1 000 Zuschauer reist es von den Sitzen.

„Ich hab‘ sogar eine Flugstunde genommen. Die ist gar nicht so gut gelaufen“, scherzt Egli, die den ganzen Abend lacht, viele Gesten macht und lustige Grimassen schneidet. „Mein Fluglehrer hat gesagt, Start und Landung sind am wichtigsten. Den Start haben wir ja schon gut hingekriegt.“

„Kennt Ihr es, wenn man so richtig auf die Nase fliegt. Dann gibt es nur eins, wieder aufstehen“, sagt Egli. „Jetzt erst recht“ folgt untermalt von kräftigen Feuerstößen. Nach dieser impulsiven Darbietung verschwindet Egli kurz. Zurück kommt sie in Schwarz mit einer engen, im Scheinwerferlicht glänzenden Lederhose. Damit beginnt ein neuer Abschnitt des Abends. Es wird rockig. Die bisher in warmen Farben gehaltene Lichtshow wird heller, wachrüttelndes Weiß eine dominante Farbe.

„Die Musik sind wir“ folgt, spürbar härter als in der Albumversion. Dazu steigt ordentlich Nebel auf. Die Zuschauer klatschen begeistert und singen an der passenden Stelle „Oho, oho!“. Egli will noch mehr: „Ihr macht jetzt die schönste Welle, die Bremen je gesehen hat“, ruft sie ins Mikro. Die Arme gehen nach unten und in einer ansehnlichen Wellenbewegung wieder hoch. Auch der Song „Schöne Grüße“ bekommt eine etwas härtere Note.

Ein kleiner Star des Abends ist Konzertbesucher Bernhard, ein Mann mittleren Alters. Er wird von seinen Sitznachbarn auf die Bühne geschickt, als Egli den „größten Macho von Bremen“ auf einen Stuhl ins Rampenlicht bittet. Bernhard muss sich einiges anhören darüber, was an Machos so schlimm ist. „Ihr guckt Frauen auf den Arsch und tut dann so, als hättet Ihr nichts gemacht“, sagt Egli. „Wir Frauen gucken in die Augen.“

Dennoch scheint sich Bernhard auf dem Stuhl im Rampenlicht nicht unwohl zu fühlen, auch als ihm zwei Tänzerinnen und die zwei Background-Sängerinnen auf die Pelle rücken. Er untermalt das Geschehen mit rhythmischen Bewegungen seines Zeigefingers und singt die Textphrasen ins Mikro. Dafür gibt es ein Lob von Egli: „Du bist der erste Macho, der meinen Text so gut auswendig kennt.“

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