Rucksack, Gene und Cassetten

Der Hit-Schreiber Albert Hammond tritt mit Symphonieorchester im Musicaltheater auf

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Im Fokus: Albert Hammond besichtigte am Mittwoch schon mal das Bremer Musicaltheater. Am 22. Oktober kehrt er zurück – für ein Konzert mit dem Leipziger Symphonieorchester. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Ein Mann mit Rucksack streift durchs Bremer Musicaltheater am Richtweg. Ja, er würde gerne schon mal einen Blick in den Zuschauerraum werfen. Oh, ein wundervolles Theater! Bald wird er es wiedersehen, dann aber von der Bühne aus. Am Sonnabend, 22. Oktober, tritt Albert Hammond, der Mann mit dem Rucksack, hier um 20 Uhr mit dem Leipziger Symphonieorchester auf.

Hammond, 72, ist so etwas wie ein Weltstar, den nicht jeder kennt – wohl jeder aber kennt Songs, die er geschrieben (oder mitgeschrieben) hat: „The Air That I Breathe“ von den „Hollies“, „When I Need You“ von Leo Sayer und „One Moment in Time“ von Whitney Houston. Oder auch „Nothing’s Gonna Stop Us Now“ von „Starship“. Und „To All The Girls I’ve Loved Before“ von Julio Iglesias und Willie Nelson. Und, und, und.

Selbst gesungen hat Hammkond Titel wie „Down by the River“ und „The Free Electric Band“, wie „It Never Rains in Southern California“ und „I’m a Train“. Mit dem Leipziger Symphonieorchester hat er seine großen Erfolgstitel nun neu einegspielt. Passend zur Album-Veröffentlichung gibt es die Tournee, die ihn auch nach Bremen führt.

Hammond ist höflich und humorvoll

Da sitzt er nun im Restaurant „Mayfair“ des Musicaltheaters und wirbt für Album und Auftritt. Ja, die Zusammenarbeit mit einem Orchester, die sei immer schon ein Traum von ihm gewesen. Neben Hammond: der Rucksack. Den gibt er nicht her. Bei Fotoaufnahmen im Theater hatte ein Journalist dem Künstler angeboten, ihm den Rucksack eben abzunehmen. Danke, nicht nötig. „Da ist mein Leben drin“, so Hammond. Und das gibt man ja nicht her.

Hammond ist höflich und humorvoll. Mit Blick auf sein Künstlerposen-Porträt, das auf dem Konzertplakat zu sehen ist, ruft er: „Ein ernsthafter Mann!“ Und das Alter? „Über 70 ist auch bloß eine Zahl.“ Und: „Meine Mutter ist 96.“ Die Gene habe er wohl auch. Hammond wirkt drahtig und fit, trägt „Converse“-Turnschuhe, enge Jeans und (unter Steppjacke und Rucksack) Jeansjacke und T-Shirt.

„Mein Energielevel ist ziemlich hoch“, sagt er. „Ich laufe fünf bis zehn Kilometer am Tag. Und ich laufe schnell. Ich habe keine Zeit, also muss ich schnell sein. Ich esse gut, habe vor langer Zeit mit dem Rauchen aufgehört und ich trinke nicht.“ Aha, so geht das also. Gestenreich erzählt Hammond, breitet wieder und wieder die Arme aus. Auch ein Pressegespräch ist eine Bühne. Was ihn antreibe, wird er gefragt. „Das Unbekannte“, antwortet er.

Beste Erinnerungen an das Park Hotel

Nicht unbekannt ist ihm Bremen. „Ich kenne Bremen seit den 60ern“, sagt Hammond. Damals sei er bei Mike Leckebusch gewesen, im „Beat-Club“. Und, ja, auch an das Park Hotel habe er die besten Erinnerungen.

Das will etwas heißen, schließlich ist Albert Hammond mit seinem Rucksack weit herumgekommen. Geboren in London, aufgewachsen in Gibraltar. Seit Jahrzehnten lebt er in Los Angeles. Aufgetreten ist er auf verschiedenen Kontinenten. Aber einer, den das Unbekannte antreibt, der hat auch noch Ziele. „Meinen besten Song habe ich noch nicht geschrieben“, sagt Hammond. Und er meint es ernst. Er schreibe nur, wenn die Inspiration dazu komme. Und dann schreibe er keine Noten nieder, sondern benutze – ganz altmodisch – Cassetten.

„Ich bin recht schüchtern“, sagt Hammond – wieder meint er es ernst. „Wenn ich im Supermarkt bin und da läuft ein Lied von mir, dann gehe ich raus.“

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