David Brighton überzeugt in Bowie-Tribute-Show

Reinkarnation eines Idols

Mit typischen Bowie-Gesten versuchte David Brighton, sein Idol auf der Bühne des Musicaltheaters auferstehen zu lassen. - Foto: Heyne

Bremen - Von Ulla Heyne. Mit Tribute-Shows ist das so eine Sache: Einerseits sollen sie so sein wie das Original. Und wenn dem nicht ganz so ist, weil dies schlechterdings unmöglich ist, ist man enttäuscht. Gleich vorweg: David Brighton machte seine Sache bei „Space Oddity“, einer Hommage an Idol und Freund David Bowie, am Mittwochabend im nicht ganz ausverkauften Musicaltheater ausnehmend gut.

Bereits beim ersten Betreten der Bühne im weißen Anzug als „Thin White Duke“, einer von Bowies vielen Kunstfiguren, stach die unglaubliche Ähnlichkeit in Physiognomie, aber auch Gesichtszügen ins Auge – besonders, wenn er lachte. Und das tat der gutgelaunte Brite bei der ersten von nur drei Shows in Deutschland gern und oft. Und auch stimmlich hätte er dem Original kaum näher kommen können, ob beim Eingangsstück „Rebel Rebel“, „Young Americans“ oder all den vielen anderen Hits, die in den nächsten zwei Stunden folgen sollten.

Dabei unternahmen Brighton und seine vier Musiker einen nicht ganz chronologischen Streifzug durch die Phasen des Ausnahmekünstlers, von „Ziggy Stardust“ bis zu „China Girl“, inklusive passender Outfits des Frontmanns.

Warum der Funke im ersten Teil nicht wirklich auf das Publikum überspringen wollte, obgleich Brighton eifrig zum Mitklatschen und Tanzen zwischen den engen Sitzreihen animierte? Schwer zu sagen. Ein guter Teil ging sicherlich auf das Konto der Technik. Wenn Gitarrist Paul Nelson, der später mit seinem Gesangspart von Freddy Mercury in „Pressure“ die Zuschauer aus der Reserve lockte, im ersten Teil fast ein ganzes Lied lang vergeblich die Begleitstimme ins Mikro schmetterte, so war dies gelinde gesagt ärgerlich.

Der wenig überzeugende Sound und unscharfe Filme von Zitaten zeitgenössischer Musiker mochten bei den Einspielern auf der Leinwand noch als „Retro“ durchgehen; die Abmischung gehobener Livemusik einer Coverband zu Preisen, für die man sonst die Originalkünstler zu sehen bekommt, geht anders. Eine Blues Harp bei „Jean Genie“, die (ebenso wie das Saxophon bei „Changes“) auch zu hören ist, wenn der Künstler nicht spielt – das stieß eingefleischten Fans auf. Ähnlich verhielt es sich mit den gut eingeübten vier, fünf immer wiederkehrenden Posen: Manchmal wäre weniger einfach mehr gewesen.

„Vielleicht funktioniert das mit dem Covern bei Bowie nicht?“, mutmaßte ein enttäuschter Fan in der Pause. Andere fanden die Show eine „runde Sache – besonders, wo man ihn selbst nicht mehr erleben kann“, so eine andere Zuschauerin.

So unterschiedlich die Meinungen – im zweiten Teil standen doch fast alle und zelebrierten Hits wie „Let’s dance“, „Heroes“ oder „Ashes to Ashes“. Und auch wenn nicht jeder glauben mochte, dass das Publikum ausgerechnet an diesem Abend „das Beste ganz Europas ist“, wie Brighton mehr als einmal verkündete, an diesem Abend waren viele hier ihrem Idol der Jugend gefühlt noch einmal ganz nah.

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