Rasant und romantisch

Stehende Ovationen für Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“

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Ein bunter Reigen unter der Freiheitsstatue – im Musicaltheater am Richtweg feierte das Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ seine Bremer Premiere.

Bremen - Von Steffen Koller. Frech, farbenfroh, stimmgewaltig: 1 300 Zuschauer haben die Premiere von „Ich war noch niemals in New York“ im ausverkauften Bremer Musicaltheater mit stehenden Ovationen bejubelt. Mit mehr als 20 Songs von Udo Jürgens zollten die Darsteller dem 2014 gestorbenen Musiker Respekt. Ein Schauspieler stach dabei ganz besonders hervor.

Es ist das Gefühl, etwas zu verpassen und nicht genug gelebt zu haben, das Maria Wartberg (Gisela Kraft) und Otto Staudach (Gunter Sonneson) beschließen lässt, ihre wohl letzte große Reise anzutreten. Eine Reise, die die beiden 80-Jährigen zusammenbringen soll und per Kreuzfahrtschiff nach New York führt. Frei nach dem Songtext zum gleichnamigen Musical wollen die beiden „einmal verrückt sein und aus allen Zwängen flieh’n“. Also geht sie los, die Fahrt über den Atlantik, die nicht nur ihr Leben auf den Kopf stellt, sondern auch das aller anderen.

Wie zum Beispiel das von Tochter Lisa Wartberg (Sarah Schütz), die lieber Fernsehkarriere macht, als sich um ihre Mutter im Heim zu kümmern. Und natürlich die des ambitionierten Fotografen Axel Staudach (Karim Khawatmi), der seinen Vater Otto eh nur zwei Mal im Jahr sieht – um die Kosten fürs Altenheim zu begleichen. Mit dem homosexuellen Pärchen Fred Hoffman (Uli Scherbel) und Costa Antonidis (Gianni Meurer), die im „ehrenwerten Haus“ mit ihrer Sexualität eh nur anecken, ist das Sextett, dessen Lebensentwürfe kaum konträrer sein könnten, vollständig – und die Fahrt ins Ungewisse kann beginnen.

Glitzerkleider und schneeweiße Kapitänsuniformen

„Ich war noch niemals in New York“ bringt die Geschichte der Darsteller farbgewaltig und mit ausgefallenen Bühneninstallationen gekonnt auf die Bühne. Glitzerkleider wechseln sich mit schneeweißen Kapitänsuniformen ab, das Abbild eines Kreuzfahrtschiffs gesellt sich zum Inneren einer Hochzeitssuite. Im Minutentakt laufen die mehr als 30 Schauspieler auf die Bühne, das Orchester spielt im Graben vor der Bühne die Songs des legendären Entertainers. Und davon gibt es wahrlich eine ganze Menge. „Mit 66 Jahren“, „Aber bitte mit Sahne“, „Vielen Dank für die Blumen“ und „Alles, was gut tut“ – sie und einige mehr treffen beim Publikum auf große Resonanz.

Einer, der es dem Publikum ganz besonders angetan hat, ist der kleine Florian. Der Sohn von Axel Staudach besticht durch seine unbekümmerte Art. Frech bringt er Anekdoten auf den Punkt, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen – und schafft es sogar, mit gesanglichen Leistungen auf sich aufmerksam zu machen.

„Ich war noch niemals in New York“ ist kurzweilig, was nicht nur den mal rasanten, mal romantischen Szenen zu verdanken ist. Es ist die Art und Weise, es sind die bis auf den kleinsten Schritt einstudierten Choreografien und die gesanglichen Höhenflüge, die beim Publikum ankommen. So gut ankommen, dass nach zweieinhalb Stunden letztlich eine Premiere zu Buche steht, die mit stehenden Ovationen gefeiert wird. Vollkommen zu Recht.

„Ich war noch niemals in New York“ läuft bis zum 9. Oktober. Karten sind ab 38,50 Euro in den Geschäftsstellen unserer Zeitung erhältlich.

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