Gewoba und Bremen investieren 13 Millionen Euro

Quartierszentrum mit „viel Platz für Vielfalt“

Vorhang auf: Gewoba-Chef Peter Stubbe (l.), Bausenator Joachim Lohse und Sozialsenatorin Anja Stahmann übergeben das Quartierszentrum Huckelriede an die Betreiber. - Foto: Gewoba

Bremen - Für Bausenator Joachim Lohse (Grüne) ist es ein „Meilenstein für Huckelriede“. Das neue Quartierszentrum sei ein zentrales Projekt im Stadtumbauprozess. In den Neubau investierte die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Gewoba 13 Millionen Euro. Knapp 2,5 Millionen Euro schoss Bremen aus dem Wohnraumförderungsprogramm zu. Und 800  000 Euro kommen aus dem Bund-Länderprogramm „Stadtumbau West“.

Das mehrstöckige Gebäude am Niedersachsendamm hat jetzt nach zweijähriger Bauzeit offiziell seine Pforten eröffnet. Lohse, Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) und Gewoba-Chef Peter Stubbe übergaben die als Quartierszentrum genutzten Räume im Erdgeschoss an das Betreiber-Trio – den Martinsclub Bremen, das SOS-Kinderdorf Bremen und das Amt für Soziale Dienste. „Viel Platz für Vielfalt“, heißt es.

Leben herrscht im Quartierszentrum bereits seit einigen Wochen. Seit August werden hier 50 Kinder in Krippen- und Kitagruppen betreut. Unterstützung für Schwangere und junge Familien bietet zukünftig eine Frühberatungsstelle. Zudem sind Sprechstunden des Jugendamts sowie der Sozialberatung geplant. Eine inklusive Wohngruppe und integrative Gastronomie richtet der Martinsclub ein. „Aufgabe dieses neuen Mittelpunkts ist, Begegnungen und nachbarschaftliches Miteinander zu ermöglichen“, sagt Stahmann. „Es ist ein Ort für die Integration und das soziale Miteinander in unserer Stadt, an dem jeder teilhaben kann und soll.“

Die Wohnungen in den oberen Stockwerken vermietet die Gewoba ab November. Mit 41 geförderten Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen richtet sich das Wohnungsangebot vor allem an kleine Haushalte und Familien mit geringem Einkommen. „Die schönsten Bauprojekte sind für uns Stadtentwickler diejenigen, die mehr für die Bürger schaffen als den reinen Wohnraum“, sagt Gewoba-Vorstand Stubbe.

Bisher einmalig in Bremen ist das inklusive Wohnkonzept vom Martinsclub Bremen und der Gewoba. Sieben Wohnungen sind für Klienten des Martinsclubs reserviert, die bisher im Wohnheim Haus Huckelriede lebten. Die Wohnungen werden zu einem Wohn- und Pflegebereich gestaltet: „Damit gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt, Menschen mit Beeinträchtigung ein eigenständiges Leben inmitten der Gesellschaft zu ermöglichen“, sagt Thomas Bretschneider, Vorstand vom Martinsclub.

Im November eröffnet der Verein seine zweite integrative Stadtteilküche, das „Marie Weser“. Unter dem Leitsatz „Echtes Essen für alle“ kocht die Fernsehköchin Luka Lübke mit Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Das Lokal soll tagsüber ein offener Esstisch für alle Bewohner des Stadtteils sein und mit kulinarischen Kulturveranstaltungen am Abend auch Menschen von der anderen Weserseite anlocken, heißt es weiter. - je

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