Studiengang an der Uni wird fortgesetzt 

Psychologie vor Neuanfang

Uni-Rektor Professor Bernd Scholz-Reiter (l.) und Manfred Herrmann, Professor für „Biologische Psychologie und Neuropsychologie“. - Foto: Reineking

Bremen - Von Viviane Reineking. Neubeginn statt Aus für den Studiengang Psychologie an der Universität Bremen: Donnerstag stellte Rektor Prof. Bernd Scholz-Reiter das Konzept vor, mit dem das Fach in einer erfolgreiche Zukunft starten will.

Im Entwurf des Wissenschaftsplanes 2020 war die Psychologie noch mit einem Prüfauftrag versehen worden. Der Hintergrund: Die Uni muss sparen. Viele Bereiche, darunter wissenschaftliche Einrichtungen, standen auf dem Prüfstand, die Psychologie nicht zuletzt deshalb, weil die meisten Professuren aus Altersgründen auslaufen. Es folgten Proteste von Studenten, Mitarbeitern und der Bremer Psychotherapeutenkammer.

Gegen das Aus des Faches aber sprach nicht nur die riesige Nachfrage von Studieninteressierten, sondern auch der wachsende Bedarf an Psychologen, wie die Unileitung gestern sagte. Und so verhandelte Scholz-Reiter mit der Wissenschaftsbehörde um eine Zusatzfinanzierung für den Umbau des Studiengangs und seinen nachhaltigen Betrieb. Die gibt es dem Rektor zufolge nun aus Landesmitteln, die durch die Übernahme der Bafög-Kosten durch den Bund zur Verfügung stehen. Im Gegensatz etwa zum „Zentrum für Humangenetik“ geht es für die Psychologie an der Uni weiter. Aber eben nicht weiter wie bisher. Man sei in der seltenen Situation, sich innerhalb kürzester Zeit mit einem „Big Bang“ neu aufzustellen.

Psychologie neu strukturieren

Für den Neuanfang hatte Scholz-Reiter eigens eine externe Expertenkommission beauftragt. Diese habe das bestehende Studienangebot überprüft und Ende Mai Empfehlungen für die „Neugründung des Instituts für Psychologie“ gegeben. Es folgten Gespräche und interne Diskussionen. Das Ergebnis: „eine große Akzeptanz in allen Statusgruppen“, so Scholz-Reiter. 

Die Beraterkommission mit drei renommierten Vertretern des Faches hat empfohlen, die Psychologie mit sieben unbefristeten Professuren neu zu strukturieren. Für die Professur „Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie“ ist die Bewerbungsfrist bereits beendet, es läuft das Berufungsverfahren. Eine Professur für „Biologische Psychologie und Neuropsychologie“ ist schon mit Prof. Manfred Herrmann besetzt, der bereits seit 2002 an der Uni ist und als stellvertretender Dekan den Neuaufbau begleitet. Die anderen fünf Professuren sind aktuell neu ausgeschrieben. Bewerber sollen sich möglichst einem der beiden Wissenschaftsschwerpunkte „Minds, Media, Machines“ oder „Sozialer Wandel, Sozialpolitik und Staat“ nahefühlen, so der Uni-Rektor.

Weitere Masterprogramme sollen entwickelt werden

Zum neuen Gesamtkonzept gehört unter anderem ein grundständiger Bachelor-Studiengang sowie ein Master-Studiengang mit dem Schwerpunkt Psychotherapie. Weitere Masterprogramme sollen von den neuen Professoren entwickelt werden. Die entscheiden auch darüber, ob die derzeitigen Studiengänge weitergeführt werden.

Die Stellen könnten spätestens zum Wintersemester 2017/2018 besetzt werden, hieß es gestern. Scholz-Reiter kündigte gestern einen „gleitenden Übergang“ an: „Die Studenten können in ihren Studiengängen zu Ende studieren“, versprach der Uni-Rektor.

Das Fach ist an der Uni nach wie vor beliebt bei Studienanfängern: Rund 5.000 hatten sich zum Wintersemester beworben, 132 erhalten laut Herrmann eine Zusage.

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