Prozess in Bremen unterbrochen

Prozess: 430 Kilogramm Kokain geschmuggelt

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Mehrere Pakete mit dem Rauschgift Kokain liegen wurden in Bremerhaven (Bremen) in einer Sporttasche gefunden.

Bremen - Es geht um Kokain, versteckt in Containern mit Tiefkühlfleisch oder Bananen. Und den Schmuggel des Rauschgifts aus Ländern wie Brasilien und Peru sollen vier Männer mitorganisiert haben. Jetzt stehen sie in Bremen vor Gericht. Aber der Prozess kommt nicht recht in Fahrt.

Der Bremer Prozess gegen vier Männer, die mehr als 430 Kilogramm Kokain nach Deutschland geschmuggelt haben sollen, ist erneut unterbrochen worden. Auf Verlangen der Verteidigung wurde die Besetzung der Kammer am Landgericht Bremen überprüft. Das Gericht sei nicht vorschriftsgemäß besetzt, teilte der Vorsitzende Richter Helmut Kellermann nach einer Beratungspause am Mittwoch mit. Die Verhandlung werde am 31. August in ordnungsgemäßer Besetzung fortgesetzt. Dann soll auch die Anklage verlesen werden. Schon zum Auftakt des Prozesses vor zwei Wochen hatte es auf Antrag der Verteidigung eine Unterbrechung gegeben.

Die Verteidigung hatte die Schöffenbesetzung der Kammer gerügt. Kellermann räumte ein, dass es einen Fehler gegeben habe. Weil eine Schöffin über einen kurzen Zeitraum nicht erreicht wurde, sei ein anderer Schöffe geladen worden, ohne den Vorsitzenden Richter zu informieren. Letztlich habe sich herausgestellt, dass die ursprünglich eingeplante Schöffin Zeit gehabt hätte. Die Frau werde in der weiteren Verhandlung als Schöffin dabei sein. Damit sei die Kammer von nun an ordnungsgemäß besetzt, die Hauptverhandlung werde fortgeführt.

Den Männern im Alter von 24, 29, 34 und 41 Jahren wird vorgeworfen, zwischen Dezember 2015 und Februar 2016 in drei Fällen große Mengen Drogen in die Bundesrepublik gebracht zu haben. Das Kokain befand sich jeweils in Containern, die in den Bremerhavener Hafen gelangten. Schätzungen zufolge kann eine Menge von rund 430 Kilogramm Kokain für bis zu zehn Millionen Euro verkauft werden.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sollen die Angeklagten den Transport der Drogen mitorganisiert haben. Ende Dezember sollen sie geholfen haben, mindestens 150 Kilogramm Kokain in einem Container mit Tiefkühlfleisch aus Brasilien nach Bremerhaven zu bringen. Im Januar waren sie den Ermittlern zufolge am Schmuggel von etwa 218 Kilogramm Kokain beteiligt, die in einem Container mit Bananen aus Ecuador versteckt waren. Im Februar sollen sie den Transport von rund 64 Kilo Kokain in einem Kühlcontainer von Peru nach Bremerhaven mitorganisiert haben. Nach Angaben von Gerichtssprecher Thorsten Prange gibt es weitere Mittäter.

Drei der vier Angeklagten sind in Haft. Der Angeklagte auf freiem Fuß will sich am 7. September zu den Vorwürfen äußern. Das Gericht hat Termine bis Ende Januar angesetzt.

dpa

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