Polizei prüft Kommentare

Prahl-Videos im Netz

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Schwerer Unfall mit tödlichem Ausgang: Am Freitagabend erfasste ein Motorrad einen 75-Jährigen auf einem Fußgängerüberweg in Walle. Der Passant starb noch vor Ort. Gegen den 24-jährigen Kradfahrer ermittelt nun die Polizei wegen fahrlässiger Tötung.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Erst soll er am Freitagabend ein Auto gerammt haben und weitergefahren sein, dann auf der Nordstraße in Walle einen 75-Jährigen auf dem Fußgängerüberweg tot gefahren haben: Die Polizei ermittelt jetzt gegen einen 24 Jahre alten Motorradfahrer wegen fahrlässiger Tötung.

Aber nicht nur das: Der Bremer soll sich seit Monaten bei gefährlichen Rasereien gefilmt und diese Videos ins Netz gestellt haben. Das bestätigte am Dienstag Polizeisprecherin Franka Haedke. Auch in dieser Hinsicht laufen Ermittlungen.

Der 75-Jährige wurde laut Polizei von dem Motorrad erfasst und mehrere Meter durch die Luft geschleudert. Er starb noch an der Unfallstelle. Der 24-jährige Kradfahrer stürzte beim Aufprall und verletzte sich schwer, aber nicht lebensgefährlich, wie es heißt. Und er soll bereits wenige Stunden nach dem Unfall seine „Fangemeinde“ auf Instagram mit einem Foto seiner blutigen Knie „beglückt“ haben. Im Zuge der Ermittlungen gegen den Biker stieß die Polizei unter anderem bei Youtube auf zahlreiche Prahl-Filmchen von gefährlichen Motorradfahrten, aufgenommen per Helmkamera. Dabei geht's unter anderem rasend durch Wohngebiete in Bremen und Syke, über Land und viele andere Straßen. Der Kradfahrer, von dem die Ermittler annehmen, dass es sich um den Verletzten handelt, animiert Autofahrer und andere Motorradfahrer zu kurzen Rennen. In einer Szene weicht er nur knapp einem Fußgänger aus, macht sich darüber lustig und bedauert fast, den Menschen nicht erwischt zu haben. „Wir gehen davon aus, dass der 24-Jährige diese Videos eingestellt hat“, sagte Haedke. Bereits am Sonntag wurden die Räume des jungen Mannes im Haus seiner Eltern durchsucht. Den Angaben zufolge stellten die Beamten unter anderem mehrere Speichermedien und ein Tablet sicher. Wegen der Filme wird gegen den 24-Jährigen wegen Gefährdung im Straßenverkehr ermittelt.

Haedke betonte mit Blick auf die gefährliche Raserei in den Videos: „Für uns ist klar, solche Personen sind völlig ungeeignet für den Straßenverkehr.“ Überprüft werden von den Ermittlern übrigens auch die positiven Kommentare im Netz zu den Fahrten.

Der 24-Jährige ist laut Polizei bisher nicht durch schwere Verkehrsdelikte aufgefallen. Eine Fahrerlaubnis für die hochtourige Maschine, mit der er den tödlichen Unfall baute, hat er laut Haedke nicht. Ihren Angaben zufolge wird jetzt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltgeschaft geklärt, ob bei dem Unfall bedingter Vorsatz vorliegt, der Biker billigend in Kauf nahm, Menschen zu verletzen.

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