DJ Bobo kommt in die Bremer Stadthalle

Zeitreisen und Generationenthemen

DJ Bobo in der „Wohnküche“ im Faulenquartier. Hinter ihm an der Wand Bilder verschiedener Kollegen aus Showgeschäft und Sport – von links gesehen: Götz Alsmann, Manfred Krug, Sarah Connor und Katarina Witt. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Somebody Dance with Me“, „Everybody“, „Let the Dream Come True“: Hit reihte sich für ihn an Hit – damals. In den 90ern. Und er ist immer noch im Showgeschäft.

Nächstes Jahr feiert der Schweizer Musikproduzent, Tänzer und Komponist DJ Bobo sein 25-jähriges Bühnenjubiläum. Er feiert das mit der neuen Show „Mystorial“. Am 6. Mai 2017 tritt der 48-Jährige damit in der Bremer Stadthalle (ÖVB-Arena) auf.

Am Donnerstag saß DJ Bobo schon einmal in der „Wohnküche“ im Faulenquartier. Es ist eine große Tour, eine große und aufwendige Produktion – das wird die sprichwörtliche Werbetrommel gerührt. Der Eurodance-Star von einst bringt ein Pop- und Show-Spektakel auf die Bühne: „120 Leute gehören zur Produktion, davon 20 bis 25 auf der Bühne.“

„Großes Kino, viel Tanz, viele Kostüme“

In seinem unverkennbar schweizerischen Tonfall erzählt er das unaufgeregt. Aber er weiß nach so vielen Jahren im Geschäft natürlich auch, was er zu bieten hat. Was also kann das Publikum erwarten? Ganz einfach: „Großes Kino, viel Tanz, viele Kostüme.“

DJ Bobo setzt – wie auch andere Künstler vor dem Hintergrund eines durch Internet und Digitalisierung radikal veränderten Musikmarkts – bewusst auf Live-Auftritte. „Je digitaler die Welt, desto mehr wollen die Menschen echte Emotionen“, sagt er.

Wobei der Hauptdarsteller sich selbst im Trubel auf der Bühne auch mal ein wenig zurückzunehmen versteht. „Ich tanze nicht mehr so viel in den Shows. Ein Fußballer macht das auch: Wenn er älter wird, fängt er an, die Laufwege zu berechnen.“

Die Show jedenfalls sei eine „Zeitreise in die Geschichte der Menschheit“. DJ Bobo: „Es geht zu Kleopatra ebenso wie ins Paris um 1870, in die 90er natürlich – und in die Zukunft.“ Und: „Das Bühnenbild wechselt auch in die jeweilige Zeit. Wenn wir nach Alexandria reisen, geht die Bühne mit.“

Über Musik definiert sich das Leben

Apropos Zeit – mit kaum etwas verbinden und verknüpfen Menschen so viele (persönliche) Erinnerungen an vergangene Zeiten wie mit (Pop-)Musik. Für den Schweizer liegt darin ein Grund, dass die 90er gegenwärtig wieder so angesagt sind. „Jede Mode, Musik wie Kleidung, kommt alle 20 Jahre wieder. Das ist ein Generationenthema“, sagt er. „Die Generation, die das damals gut fand, löst sich davon, kommt später aber wieder zu ihren eigenen Wurzeln zurück. Du löst dich erst von deiner eigenen Jugend und später kehrst du zu ihr zurück. So sind die 90er für die nächsten paar Jahre definitiv wieder ,in‘.“

Musik ist eben so etwas wie ein persönliches Speichermedium. Auch massenhaft verbreitete Musik ermöglicht so zugleich ganz private Zeitreisen. „Über Musik definierst du die erste Liebe, den ersten Kuss, den ersten Liebeskummer. Ganz viele Momente des Erwachsenwerdens definierst du über Musik“, sagt DJ Bobo. Kurzum: „Musik ist unsere Zeitmaschine.“

Apropos Erwachsenwerden und Generationenthemen – als Termin für dieses Gespräch war zwischenzeitlich mal die Zeit ab 7.45 Uhr genannt worden. Und wir dachten immer, Künstler seien Langschläfer! Nicht aber DJ Bobo. „Ich bin Frühaufsteher, das kommt durch die zwei Kinder“, sagt er in der „Wohnküche“. „Ich mache da immer die Frühstücksschicht. Das sind Momente, wo man sich schon fragt: Muss die Schule um 7.30 Uhr beginnen?“

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