Pflegekräfte in Bremen ausgelastet

59 Patienten pro Pflegekraft

Weniger Klinikbetten, mehr Patienten, mehr Ärzte, weniger Pflegekräfte: In den 14 Bremer Krankenhäusern kümmerten sich im Jahr 2012 knapp 1 800 Ärzte und rund 4700 Pflegekräfte um über 200 000 Patienten. · Archivfoto: dpa
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Weniger Klinikbetten, mehr Patienten, mehr Ärzte, weniger Pflegekräfte: In den 14 Bremer Krankenhäusern kümmerten sich im Jahr 2012 knapp 1 800 Ärzte und rund 4700 Pflegekräfte um über 200 000 Patienten. · Archivfoto: dpa

Bremen - Auf eine Pflegekraft kommen in den Bremer Krankenhäuser 59 vollstationäre Patienten. Und jeder Arzt kümmert sich rechnerisch gesehen um 133 Patienten. Das geht unter anderem aus dem Zahlenmaterial des Statistischen Landesamts hervor.

Demnach wurden im Jahr 2012 in den 14 Krankenhäusern des Landes Bremen 203 359 Personen zur vollstationären Behandlung aufgenommen und 199 136 wieder aus den Kliniken entlassen. 4 763 Menschen starben während des Klinikaufenthalts. Außerdem wurden 42 114 vor- und nachstationäre Behandlungen sowie 16 229 ambulante Operationen in den Kliniken durchgeführt.

In den 14 Krankenhäuser waren Ende 2012 insgesamt 1 773 hauptamtliche Ärzte (darunter 792 Frauen, was einer Quote von 44,7 Prozent entspricht) beschäftigt. 977 davon verfügen über eine Facharztausbildung. 475 Mediziner arbeiten in Teilzeit (26,8 Prozent).

Der Großteil des nichtärztlichen Klinikpersonal des Krankenhauses sind Frauen – 83 Prozent oder 7 449 von 8 974 Beschäftigten, von denen wiederum rund die Hälfte (4 437) in Teilzeit arbeitet. Der Pflegebereich stellte mit 4 696 Personen (Frauenanteil: 85 Prozent) die größte Berufsgruppe dar, gefolgt vom medizinisch-technischen Dienst mit 1 670 Personen (Frauenanteil: 88,4 Prozent) und dem Funktionsdienst mit 1 453 Personen (81,2 Prozent Frauen).

In den Ausbildungsstätten der Krankenhäuser wurden Ende 2012 insgesamt 570 Schüler und Auszubildenden unterrichtet. 472 jungen Frauen stehen 98 junge Männer gegenüber.

Die Zahl der Klinikbetten auf den Stationen hat sich seit der verpflichtenden Einführung der diagnosebezogenen Fallgruppen (DRGs) mit pauschalierten Vergütungssätzen für einzelne stationäre Behandlungsfälle zu Beginn des Jahres 2004 stark verändert, betonen die Statistiker.

Die Bettenzahl sank seither von 5 877 auf 5 140, was einem Verlust von 12,5 Prozent entspricht. Zeitgleich erhöhte sich die Zahl der vollstationären Patienten von 192 871 um 5,6 Prozent auf 203 629. Die durchschnittliche Verweildauer verkürzte sich von 8,5 auf 7,2 Tage. Während die Zahl der Vollkräfte – das ist die Anzahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten gegenüber 2004 beim ärztlichen Personal von 1 439 auf 1 527 (plus 6,1 Prozent) anstieg, sank sie beim nichtärztlichen Personal von 8 238 auf 6 800 (minus 17,5 Prozent).

Von den Einsparungen waren weiteren Angaben zufolge vor allem der Wirtschafts- und Versorgungsdienst (Rückgang von 766 auf 226 Vollkräfte, minus 70,5 Prozent), der Verwaltungsdienst (Rückgang von 645 auf 353 Vollkräfte, minus 45,3 Prozent) und der Pflegedienst (Pflegebereich) (Rückgang von 3 871 auf 3.465 Vollkräfte, minus 10,5 Prozent) betroffen, heißt es weiter. · je

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