„Alexander von Humboldt“ hat am neuen Schlachte-Anleger festgemacht

„Oben ohne“ ans Ziel

Die „Fortuna“ schleppte die mastlose „Alex“ unter drei Brücken hindurch zum Martinianleger. - Foto: Esser

Bremen - Von Jörg Esser. Das Schiff ist gekommen: Die „Alex“ ist da. Um 11.30 Uhr hat der zum Restaurantschiff umgebaute Großsegler an der Schlachte festgemacht. Und zuvor die letzten drei Brücken auf der Weser ohne Probleme passiert. Schaulustige und Journalisten verfolgten das Anlegemanöver.

„Die sieht ja mickrig aus, so oben ohne“, sagt eine Frau. Einer stolzer Dreimaster ohne Masten und grüne Segel – da fehlt halt was. „Einen neuen Anstrich braucht das gute Schiff auch mal“, sagt ein junger Mann.

Gemach, gemach. In zwei Wochen ist ja erst die offizielle Wiedereröffnung der „Alexander von Humboldt“ an seinem neuen Liegeplatz gegenüber der Martinikirche geplant. Und bis dahin wird sich noch einiges tun. Die Masten werden gesetzt, Segel gehisst. Und so weiter. Mit der „Alex“ erhalte die City ein zusätzliches Wahrzeichen, sagte Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner (SPD).

Der Schlepper „Fortuna“ zog das aus der Bierwerbung bekannte Schiff am Montagmorgen vom Industriehafen bis an die Schlachte. Auf der Schlussetappe vom Weserbahnhof bis zum Anleger unterquerte der Tross noch die Stephani-, die Bürgermeister-Smidt- und die Teerhofbrücke – in einer Zeit von 30 Minuten. Ohne Probleme. „Sieht enger aus, als es ist“, sagt ein vermeintlicher Experte am Ufer. Und blickt eher gelangweilt auf den Tross auf dem Wasser. Für die Tour zur Flaniermeile mussten die Masten der mehr als 100 Jahren alten „Alex“ gelegt, die grünen Segel und die gesamte Takelage abgebaut werden.

Für 7. November ist die Eröffnung des 47 Meter langen und 660  Tonnen schweren Schiffs in der neuen Heimat in der Altstadt geplant. Bis dahin soll der Dreimaster, der jahrzehntelang mit seinen grünen Segeln als Werbebotschafter für „Beck’s“ über die Weltmeere kreuzte und über Leinwände und Fernsehbildschirme flimmerte, auch wieder als solcher zu erkennen sein. „Wir installieren dann die Masten, richten uns ein, stellen alle Anschlüsse her und so weiter. Das wird ein wenig Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Florian Peters, Geschäftsführer der „Alex“.

An der Schlachte wurde für die neue Touristenattraktion eigens ein neuer Anleger – gegenüber der Martinikirche, neben dem Pfannkuchenschiff – gebaut. Zudem musste der Liegeplatz vertieft werden. Das Land Bremen investierte zwei Millionen Euro in das Projekt. Die „Alexander von Humboldt“ lief 1906 als Feuerschiff vom Stapel bis 1986 auf Nord- und Ostsee eingesetzt worden. Sie wurde später zum Segelschiff umgebaut und zum Schluss für Kurzkreuzfahrten verchartert. Nach dem Umbau zur Bark übernahm die „Deutsche Stiftung Sail Training“ (DSST) 1988 das Schiff. 2011 wurde die Alex ausrangiert, die Stiftung geht seither mit ihrem Neubau „Alex  2“ auf große Fahrt.

Für 750 000 Euro stand die alte „Alex“ 2014 auf einer Internetplattform zum Verkauf. Der Gastronom und Projektentwickler Heiko Rataj aus Goslar hat sie schließlich gekauft. Er ließ den Dreimaster dann auf der Bremerhavener BVT-Werft für einen siebenstelligen Betrag restaurieren und zum Gastronomie- und Hotelschiff umbauen. Die „Alex“ machte zunächst im Europahafen fest. Und blieb dort anderthalb Jahre. „Es war stets geplant, die ,Alex‘ an die Schlachte und somit direkt in die Bremer Innenstadt zu holen“, sagte Günthner, „die Stippvisite in der Überseestadt diente vor allem zur Überbrückung, ehe der nötige neue Ponton fertiggestellt werden konnte.“

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