Krimiautoren schenken Jürgen Alberts zum 70. Geburstag einen bunten Abend im neuen Kriminaltheater

Nostalgische Grüße vom „Syndikat“

Jürgen Alberts mit rotem Hut (vorn) genoss an seinem Geburtstag einfach das von Ralf Kramp moderierte Programm im Bremer Kriminaltheater. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalwski. Krimiautor Jürgen „Ali“ Alberts hat ein persönliches Markenzeichen: Er trägt fast immer einen Hut. Das bestätigen auch seine Autorenkollegen. Sie haben ihm zum 70. Geburtstag einen bunten Abend geschenkt. Und der fand am Donnerstagabend als erste Veranstaltung im Bremer Kriminaltheater statt. Das ist gerade erst vom Viertel in die neuen Räume in der Union-Brauerei in Walle gezogen.

Die Autoren-Kollegen erzählen natürlich auch von ihrer ersten Begegnung mit dem Krimimann. Dabei geraten Realität und Phantasie gelegentlich ein wenig durcheinander. Peter Godatzkar, einer von drei Vorsitzenden der Krimi-Autorenvereinigung „Syndikat“, erinnert sich noch gut daran, wie er sich bei Alberts um Aufnahme in das „Syndikat“ bewarb. „Ich musste vorsprechen in einem dunklen Raum. Ali saß am Ende des Raums auf einem großen Thron. Daneben waren zwei Frauen“, sagt Godatzkar. Er betont, dass sowohl das „Syndikat“ als auch Jürgen Alberts wichtig für den deutschen Krimi sind: „Wenn es das ,Syndikat’ nicht gäbe, müsste man es erfinden. Wenn es Alberts nicht gäbe, könnte man den gar nicht erfinden.“ Eine nicht unspektakuläre erste Begegnung mit Alberts hatte Ingrid Noll. „Als ich beim ,Syndikat’ den Friedrich-Glauser-Preis gewonnen habe, war das sehr schön, denn es gab viel Geld in gebrauchten Scheinen. Im nächsten Jahr musste ich dafür 150 Krimis in einer Jury lesen. Da war Ali mit dabei“, erzählt Noll. „Viele Krimis warfen wir auf den Boden. Wir konnten uns nicht einigen. Schließlich haben wir den Preis einem ehemaligen Terroristen gegeben.“ Auch hier mag die Erinnerung etwas im Stile einer Krimiautorin verzerrt sein.

Beim ersten Treffen erlebte Autorin Regula Venske, wie Krimiautor Alberts in Spanien selber zum Opfer einer Straftat wurde. „Eine Schönheit der Nacht ging auf ihn zu“, so Venske. Alberts habe die Schönheit höflich wegkomplementiert. „Doch sie hatte ihn geschickt beklaut“, erinnert sich Venske. „Ein halbes Jahr später hat sich herausgestellt, dass es gar keine Frau war.“ Der Moderator des Abends, Krimiautor Ralf Kramp, lernte Alberts zu fortgeschrittener Stunde im Berliner Nachtleben kennen. „Er schlug vor, ein Spiel zu spielen. Jeder musste sein Kleingeld auf die Theke legen. Wir summten die kleine Nachtmusik. Wer am längsten durchhält, sollte gewinnen und das Geld einstreichen“, erzählt Kramp. „Ich habe gewonnen. Ich fand Alberts sofort sympathisch.“ Kramp hat sogar ein Lied für den Geburtstag geschrieben. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Lied nicht viel mit der Realität zu tun hat. Ein paar Kostproben: „Er killte ein Paar in der Rhön, in der Badewanne mit einem Föhn. Er killte ‘nen Killer in Gießen, der wollte ihn selber erschießen.“

Das Geburtstagskind genoss den Abend mit sichtlichem Vergnügen. Alberts wurde bekannt durch Romane wie „Die Gehirnstation“ oder „Tod in der Toskana“. Seine Reihe „Bremen-Polizei“ umfasst elf Bände.

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