Segelkameradschaft tauft Neubau

Neue Ära mit neuer „Wappen“

Die „Wappen von Bremen“ liegt noch im Europahafen. Am Wochenende beginnen erste Probefahrten mit dem Neubau, der rund eine Million Euro gekostet hat. - Foto: Esser

Bremen - Von Jörg Esser. Für die Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ (SKWB) beginnt eine neue Ära. Freitagnachmittag taufte Dorothea Claussen das neue Flaggschiff des Vereins auf den Namen „Wappen von Bremen“. Der Neubau hat rund eine Million Euro gekostet.

Die neue „Wappen von Bremen“ ist das vierte Schiff der SKWB, das unter diesem Namen über die Weltmeere segelt. Die aktuelle „Wappen“ (Baujahr 1982) soll verkauft werden, sagt Rudolf Olma, als Segelmeister bei der Kameradschaft unter anderem für die Schiffe und den Segelbetrieb verantwortlich. Die Preisvorstellung des Vereins liegt bei 125.000 Euro.

Zurück an Bord: Zahlreiche Gäste sind bei der Taufe im Europahafen dabei, wo der Neubau direkt neben dem alten Beck’s-Segler „Alexander von Humboldt“ liegt. Die bunte Flaggengala weht im Wind. Bei Olma klingelt das Handy. Ein Anruf von der Besatzung des Schwesterschiffs „Bank von Bremen“, das just auf dem Weg nach Rio ist. Die Zeremonie beginnt. Mit Sekt und so weiter. Die Taufpatin wünscht dem neuen Langfahrt- und Ausbildungsschiff allzeit gute Fahrt und die obligatorische Handbreit Wasser unter dem Kiel. Ein wunderbarer Moment für die Seglerfreunde. Strahlende Gesichter sind zu sehen. Sogar die Sonne lacht.

Am Wochenende geht es los mit Probesegel-Touren. Ende Juli beginnen die ersten Langfahrten mit bis zu zehn Mann an Bord – 14-Tages-Törns in die Nordsee nach England und Südnorwegen. Mitte August klettert Olma dann an Bord. Unter seinem Kommando geht es auf die Ostsee, Richtung Stockholm und Baltikum. „Dann sind alles ernsthafte Erprobungen“, sagt Olma, „das ist eine intensive Phase.“ Mitte Oktober geht es ins Winterlager, auf die Yachtwerft Benjamins in Emden, wo die neue „Wappen“ gebaut wurde.

„Der Neubau präsentiert sich als eigenständiges, komplett neuentwickeltes Konzept mit vielen frischen Ideen, aber auch bekannten und bewährten Komponenten“, sagt Frauke Windolph aus dem Presse-Team der SKWB. Das Schiff ist als Allzweckyacht konzipiert, die auch „in entlegenen Gegenden und unter ungünstigen Wetter- und Revierverhältnissen sicher eingesetzt werden kann“ – für Atlantik- und Pazifiküberquerungen, für Reisen um Kap Horn und in die Arktis. Die neue „Wappen von Bremen“ trägt wie alle großen Vorgängerschiffe den Namen der Hansestadt in die große weite Welt hinaus. „Das verdeutlicht die Verbundenheit der Segelkameradschaft und ihrer Mitglieder mit Bremen.“

Die SKWB (gegründet 1934) hat weltweit rund 700 Mitglieder. Sie bietet jedem Mitglied die Gelegenheit, auf vereinseigenen Schiffen zu segeln: auf hoher See, bei Langfahrten und nationalen sowie internationalen Regatten. Die entsprechende Ausbildung stehe dabei im Mittelpunkt, heißt es. Neue und junge Mitglieder werden aufgenommen, um perspektisch Nachwuchs für den Bundesliga- Kader zu gewinnen.

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