Neue Erstaufnahmeeinrichtung in Kattenturm ist fertiggestellt

Täglich kommen zehn Asylbewerber

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Die neue Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber.

Bremen - Zehn Monate hat der Umbau gedauert. Jetzt ist die neue Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber fertig. Das seit Jahren leerstehende Gebäude an der Alfred-Faust-Straße in Kattenturm bietet nach der Sanierung auf 4 800 Quadratmetern auf drei Etagen Platz für 170 Flüchtlinge.

Bremen hat das alte Gebäude für 15 Jahre gemietet, um hier die neue Zentrale Aufnahmestelle (Zast) einzurichten. Der rote Klinkerbau war zuletzt Standort der Berufsgenossenschaft für Handel und Warendistribution. Die ersten Asylbewerber werden noch im Laufe dieser Woche einziehen. „Mit dem neuen Standort bieten wir Flüchtlingen jetzt eine spürbar bessere Atmosphäre für die ersten Tage und Wochen in dem Land, das für viele eine neue Heimat werden wird“, sagte gestern Nachmittag bei der Übergabe der Einrichtung an die Arbeiterwohlfahrt Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Besonders der deutlich größere und hellere Speisesaal sei eine erhebliche Verbesserung.

Ausgebaut wurden auch die räumlichen Voraussetzungen für die medizinische Versorgung: „In der Steinsetzerstraße in Habenhausen war es viel enger als in der Alfred-Faust-Straße. Es gab nicht einmal ein Vorzimmer“, sagte die Senatorin. Das ist in Kattenturm anders. Zudem stehen hier zwei Behandlungszimmer zur Verfügung. Stahmann: „Das sind günstigere Voraussetzungen für Diagnose und Behandlung der Patienten.“ Außerdem sei ein Raum für Kinderbetreuung eingerichtet worden sowie ein Gemeinschaftsraum, in dem unter anderem Sprachkurse stattfinden können.

Angesichts der hohen Zahl an Asylbewerbern könne der jetzige Standort an der Steinsetzerstraße aber nicht aufgegeben werden, sagte Stahmann. Für den weiteren Betrieb werde insbesondere die pädagogische Unterstützung der minderjährigen Flüchtlinge ausgebaut. Jugendliche werden auch künftig in Habenhausen untergebracht.

Die Senatorin verdeutlichte nochmal den Anstieg der Zahlen: Bis Ende vergangener Woche kamen knapp 1 200 Flüchtlinge nach Bremen, im selben Zeitraum des Jahres 2014 waren es weniger als 400. Allein für April werden 300 neue Asylbewerber erwartet. „Im Durschschnitt kommen jeden Tag zehn Menschen“, so die Senatorin.

Das Land Bremen nimmt nach dem Königsteiner Schlüssel derzeit 0,96 Prozent aller Menschen auf, die in Deutschland Asyl beantragen.

Wie berichtet, wird auch die Eissporthalle „Paradice“ in Walle vorübergehend zur Asylunterkunft. Gestern gaben Feuerwehr und Bauordnung dafür grünes Licht. Mit der neuen Notunterkunft ist laut Stahmann sichergestellt, dass rund 150 Asylbewerber zum verabredeten Zeitpunkt aus der Messehalle 4.1 ausziehen. Mit Trennwänden sind in der Eissporthalle Kabinen für je vier bis sechs Personen abgeteilt worden. Jede Kabine verfügt über einen eigenen Stromanschluss und abschließbare Spinde.

Die Mahlzeiten werden zentral zubereitet. Die Eissporthalle steht bis zu einer Rollsportveranstaltung kurz vor Pfingsten zur Verfügung, ab Mitte Mai kann die Messehalle 6 auf der Bremer Bürgerweide genutzt werden.

gn

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