Gewoba investiert 130 Millionen Euro in Neubau und Modernisierung

Neue Bauten für die Stadt

Beispiel Neubau – der „Bremer Punkt“ an der Friedrich-Wagenfeld-Straße ist einer von insgesamt vier, die in der Bremer Neustadt entstehen. 2016 wird der Bautyp auch in Schwachhausen und Kattenturm realisiert, heißt es bei der Gewoba. - Foto: Gewoba

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Bremen braucht Wohnungen, die Gewoba möchte Wohnungen bauen. Ihr Neubauprogramm hat ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro, sagte Vorstandschef Peter Stubbe gestern. Bis 2017 sollen 1 400 neue Wohnungen entstehen.

Mehr als die Hälfte aller Neubauwohnungen – 55 Prozent – wird öffentlich gefördert und an Menschen mit geringerem Einkommen vermietet. „Wir wollen Geld verdienen und zugleich sozialverträgliche Mieten sicherstellen“, so Gewoba-Vorstand Manfred Sydow.

Apropos Geld verdienen – mit der Bilanz für das Geschäftsjahr 2015 sind die Gewoba-Vorstände sehr zufrieden. Es gebe eine „solide wirtschaftliche Entwicklung“, hieß es gestern in der Zentrale des Wohnungsunternehmens am Rembertiring.

Mit einem Überschuss von 36,5 Millionen Euro (Vorjahr: 37,2 Millionen Euro) hat die Gesellschaft das vergangene Jahr abgeschlossen. Nach Einstellung von 20,7 Millionen Euro aus dem Überschuss in die Gewinnrücklagen verbleibe nun eine „unveränderte Dividendenausschüttung in Höhe von 15,8 Millionen Euro“. Das dürfte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) freuen. Denn Hauptgesellschafter der Gewoba ist die Stadt Bremen (74,24 Prozent). Etwa ein Viertel der Anteile halten verschiedene Banken.

„Wie in den Vorjahren wirkten sich die günstigen Konditionen am Kapitalmarkt positiv auf das Jahresergebnis aus“, sagte Sydow. „Ebenso der Verkauf von Wohnungen an Selbstnutzer und Kleinanleger und von unbebauten Grundstücken in Bremerhaven-Leherheide – sowie moderate Mietanhebungen.“

Die gab es zum Beispiel nach Modernisierungsmaßnahmen in Bädern und an Fassaden. Durchschnittlich steige die monatliche Netto-Kaltmiete für eine 60-Quadratmeter-Wohnung nach einer Bad-Modernisierung um insgesamt 0,81 Euro pro Quadratmeter, sagte Stubbe.

Einen Höchststand erreichten 2015 die Investitionen. 130 Millionen Euro gab die Gewoba für die Modernisierung des Bestands sowie den Neubau aus (Vorjahr: 93,3 Millionen Euro). Zum Jahresende bewirtschaftete die Gesellschaft 41.722 Wohnungen. Das waren 183 mehr als im Vorjahr. Es handelte sich um 31.850 Wohnungen in Bremen, 8565 in Bremerhaven sowie 1 307 in Oldenburg. 252 Wohnungen entstanden im Neubau, zwei durch Dachgeschossumbauten, 82 Wohnungen wurden angekauft. Dem stand der Verkauf von 153 Wohnungen gegenüber.

Die Bestände in Bremen und Oldenburg sind nahezu vollvermietet. Die Leerstandsquote beläuft sich in Bremen auf 0,4 Prozent und in Oldenburg auf 0,25 Prozent. Sie resultiert nach Gewoba-Angaben allein aus Mieterwechseln und Umbaumaßnahmen. In Bremerhaven ist die Leerstandsquote auf 1,9 Prozent gesunken – ein für die Seestadt „sensationeller“ Wert, so Stubbe.

In Bremerhaven wurden viele Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht. In Bremen schloss die Gewoba 2015 knapp 500 Mietverträge mit Asylbewerbern ab. Ein elfköpfiges Dolmetscherteam hilft bei der Integration der Flüchtlinge – da wird auch schon einmal so etwas Exotisches wie die deutsche Mülltrennung in arabischer Sprache erklärt. Die Gewoba habei ein Interesse an Integration, sagte Stubbe. Neubauviertel allein für Asylsuchende, wie sie etwa in Hamburg und Berlin im Gespräch sind, soll es in Bremen nicht geben.

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