Polizei: Terrordrohung „nicht so gemeint“

19-Jähriger muss nach Vernehmung nicht zurück in Bassumer Psychiatrie

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Nach der Weserpark-Räumung bestreitet der 19-Jährige aus der Bassumer Psychiatrie, vor Ort gewesen zu sein. Jetzt ist er auf freiem Fuß. 

Bremen/Bassum - Von Elisabeth Gnuschke. Ein aus der Psychiatrie in Bassum (Landkreis Diepholz) geflohener 19-Jähriger ist um Mitternacht auf dem Bremer Hauptbahnhof festgenommen worden.

Da der algerische Asylbewerber im Weserpark vermutet wurde, war das Einkaufszentrum am Mittwochabend evakuiert worden. Die Polizei Diepholz setzte ihn nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß. Der junge Mann hatte laut Polizei einer Ärztin bei seiner Flucht noch zugerufen: „Ich sprenge Euch in die Luft.“ Außerdem soll er in der Klinik mit verdächtigen Äußerungen zum Amoklauf in München und zum IS-Terror aufgefallen sein. 

Der Polizei Diepholz gelang es nicht, den Mann im Umland ausfindig zu machen. Sie wandte sich mit dem Hinweis, der 19-Jährige stelle möglicherweise eine Gefahr für sich und andere dar, an die Bremer Polizei.

Diese wiederum erhielt am Nachmittag den Hinweis eines Zeugen aus dem Weserpark auf eine „verdächtige Person“. Anhand des Fotos sollte es sich um den 19-Jährigen handeln. Da eine verdeckte Suche keinen Erfolg brachte, wurde die 70.000 Quadratmeter große Shopping-Mall mit ihren 170 Geschäften schließlich am Abend vorsorglich evakuiert

Die Durchsuchungen dauerten bis in den frühen Morgen. Doch weder der Jugendliche noch gefährliche Gegenstände wurden gefunden. Ob sich der Algerier überhaupt im Weserpark aufgehalten hat, ist offen, er bestreitet dies. „Zu 100 Prozent können wir natürlich nicht sicher sein“, sagte ein Sprecher der Polizei Diepholz.

Die Bundespolizei fasste den jungen Mann um Mitternacht, als er mit dem Zug nach Syke fahren wollte, und übergab ihn der Polizei Diepholz. Dabei erfuhr der Jugendliche, dass der Unterbringungsbeschluss gegen ihn bereits am Vortag aufgehoben worden war. 

Die Polizei Diepholz, die bei der Vernehmung keinen Psychologen hinzuzog, ließ sich vom 19-Jährigen überzeugen, dass seine Drohung „nicht so gemeint“ war. Die Ermittler sahen auch keinen Grund dafür, dass der Jugendliche erneut psychiatrische Hilfe braucht und setzten ihn auf freien Fuß.

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