Streuobstwiesen im Kleingarten

Most statt Kompost

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Freuen sich auf das „Saftwerk Bremen“: Bremer Kleingärtner wollen eine Genossenschaft gründen und eine mobile Mosterei anschaffen, um selbst Äpfel pressen zu können.

Bremen - Von Nina Seegers. Dutzende von Streuobstwiesen und rund 10 000 Apfelbäume wachsen in Bremens Klein- und Privatgärten. Doch jedes Jahr bleiben viele Tonnen Äpfel ungeerntet und landen einfach auf dem Komposthaufen. Ein Bremer Kleingarten-Kollektiv will das jetzt ändern. Es will Bremens Äpfel ernten, zu Saft pressen und unter dem Label „Saftwerk Bremen“ vertreiben.

Um diese Idee jetzt in die Tat umzusetzen zu können, hat die Gruppe von Kleingärtnern eine Genossenschaft gegründet. Am Gründungsabend im Café Sand haben sich bereits 75 Genossen eingetragen. „Um die erforderlichen 70.000 Euro für die mobile Mosterei zusammenzubekommen, brauchen wir allerdings noch weitere Zeichner“, betont Hilko Eilts vom Kleingartenverein „Beim Kuhhirten“. Bis zum 1. August kann jeder, der das Projekt unterstützen will, Mitglied der Genossenschaft werden. Ein Anteilsschein kostet 100 Euro.

Dafür kann jeder Genosse seine Äpfel rabattiert pressen lassen und/oder Saft zu vergünstigten Preisen kaufen. Dividenden an die Anteilseigner werden hingegen nicht ausgeschüttet, sondern kommen wohltätigen Zwecken zugute. „Wenn die Genossenschaft Gewinne erwirtschaftet, fließt das Geld zur einen Hälfte in ein soziales, zur anderen Hälfte in ein ökologisches Projekt mit dem Schwerpunkt Apfel“, erklärt Eilts.

Bislang ist das Kleingarten-Kollektiv mit seiner Idee auf „unglaublich positive“ Resonanz gestoßen. „Sogar eine Frau aus New York hatte über einen befreundeten Bremer von der Aktion gehört und möchte uns unterstützen“, freut sich Eilts. Aber vor allem auch hier in Bremen ernten die Kleingärtner begeisterte Reaktionen. Das Interesse, das Projekt zu unterstützen und mitzugestalten – ob von Privatpersonen, Organisationen oder Vereinen –, ist groß.

Wenn die Genossenschaft bis zum 1. August 70.000 Euro zusammenhat, kann sie sogleich den Bau der mobilen Saftpresse (allein die Kosten hierfür liegen bei knapp 60.000 Euro) in Auftrag geben. Und wenn dann Mitte September die Mostsaison beginnt, wird das „Saftwerk Bremen“ mit der mobilen Presse dort vor Ort sein, wo die Äpfel wachsen. „Die einzelnen Standorte publizieren wir auf unserer Internetseite. Dann ist jeder herzlich willkommen, seine Äpfel bei uns pressen zu lassen.“

Das ganze Projekt ist geradezu eine Hommage an die süße Frucht der Verführung und es zeigt: Der Saft kommt aus dem Garten – sowohl im wortwörtlichen als auch im übertragenen Sinne. „Wir wollen viel mehr als nur Äpfel pressen“, sagt Eilts. „Wir wollen generell den Apfel aufwerten, gegen die vorhandenen Bestandsrückstände angehen, wir wollen Erntefeste feiern und Gemeinschaft stiften sowie Dienstleistungen zu Themen wie Apfelsortenbestimmung oder Baumschnitt anbieten.“

Wer Mitglied der Genosssenschaft werden will, erhält alle Infos auf der Homepage.Kontakt per Maik unter „info@saftwerk-bremen.de“.

www.saftwerk-bremen.de

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