„Citylab“: Junge Unternehmer in der Bremer Innenstadt

Früher Lloydhof, heute ein Ort der Möglichkeiten

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Vanessa Just verkauft in ihrem Geschäft „nur manufaktur“ im „Citylab“ handgemachte Produkte.

Bremen - Von Nina Seegers. Kunst, Lifestyle, Wellness und Gastronomie: Seit Ende April beleben junge Unternehmer mit charmanten und originellen Geschäftsideen den ehemaligen Lloydhof im Ansgari-Viertel.

Bei Malte Blank aus Ganderkesee können Kunden ihre Sneaker selbst designen. Anschließend misst Blank den Fuß des Kunden aus und lässt den ganz individuellen Lederschuh per Hand in einer kleinen Manufaktur in der Pfalz anfertigen.

„Dass es gleich von Anfang an so gut läuft, damit hätte ich nicht gerechnet”, sagt Malte Blank aus Ganderkesee strahlend. Blank betreibt im „Citylab“ einen ganz besonderen Schuhladen: Er verkauft maßgeschneiderte, handgefertigte Sneaker aus Leder, die sich der Kunde aus 50 Lederfarben und Stoffen selbst zusammenstellen kann. Malte Blank ist erst 25, aber hat ein ausgefeiltes Geschäftskonzept. „Die Idee hatte ich während meines Marketingstudiums”, erzählt er. „Ich habe selbst total viele Turnschuhe zu Hause, aber mich hat es immer schon gestört, dass viele industriell gefertigte Marken-Sneaker gerne mal 160 Euro kosten.”

Der kleine Laden ist stilvoll und puristisch eingerichtet. Wie kleine Kunstwerke sind ein paar ausgewählte Sneaker an der Wand ausgestellt, eine Sitzecke lädt zum Verweilen ein und von der Decke hängen lange Lederlappen zum Anfassen.

„Auf lange Sicht gesehen sind meine Schuhe günstiger“

Das Leder für die Schuhe beziehe ich aus Norditalien, alle anderen Materialien kommen aus Deutschland. Produzieren lässt Blank die Schuhe von einer kleinen Manufaktur in der Pfalz. Die Kosten für einen Schuh liegen je nach Kundenwunsch zwischen 260 und 300 Euro. „Das klingt erst mal viel. Aber auf lange Sicht gesehen sind meine Schuhe günstiger, weil sie viel länger halten.”

Blanks Schuhgeschäft ist eines von insgesamt 24 kleinen Läden, die den ehemaligen Lloydhof beleben und frischen Wind in die Innenstadt bringen. Der Name „Citylab“ leitet sich von Labor ab. Und ja, einen Laborcharakter hat es auch irgendwie. Es ist ein Ort der Möglichkeiten, wo sich junge Unternehmer mit innovativen Ideen ausprobieren können und für den Laden nur eine schmale Miete bezahlen.

Angelegt ist das Ganze von der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) als Zwischennutzungsprojekt für rund anderthalb Jahre. Denn nachdem die Pläne, den ehemaligen Lloydhof und das Parkhaus am Brill abzureißen und durch ein großes Citycenter zu ersetzen, geplatzt waren, musste eine Zwischenlösung her. Auf Dauer will die Stadt Bremen an einen Investor verkaufen, der bereit ist, die Immobilie entweder durch einen Neubau zu ersetzen oder zu modernisieren.

Start-Up-Spielwiese bis Ende 2017

Bis Dezember 2017 können sich nun aber erst einmal die Start-Ups im ehemaligen Lloydhof austoben. Neben Blanks Sneaker-Boutique gibt es dort unter anderem einen Beauty-Salon, einen Laden mit Spielzeug aus Karton, einen Tapasladen und ein Geschäft mit ausschließlich handgemachten Produkten. Letztgenannten betreibt Vanessa Just aus Bremen. Ihr kleiner Laden ist hübsch und liebevoll dekoriert.

Lebensmittel, Gewürze und Kräuter, stylische Taschen, Accessoires und hübschen Schmuck kann man dort kaufen. „Als Gegenreaktion auf anonym gefertigte Massenproduktionsware wissen die Leute handgemachte Dinge wieder mehr zu schätzen“, weiß Just. Auch sie ist mit den bisherigen Geschäften im „Citylab“ bestens zufrieden. Ich bin durchweg auf positive Resonanz gestoßen und habe viel Zuspruch erfahren.“

WFB-Geschäftsführer Andreas Heyer zieht eine erste positive Bilanz: „Die Mischung aus frischen Ideen, guter gastronomischer Versorgung mit Verweilcharakter und gut funktionierenden Handelsstrukturen ist das Erfolgskonzept des ,Citylabs’.“ Und Jens Ristedt von der City-Initiative Bremen ergänzt: „Das ,Citylab’ schafft Atmosphäre und erhöht deutlich die Aufenthaltsqualität in der Bremer Innenstadt.“

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