Brücke in Huchting abgerissen und Hochstraße am Hauptbahnhof angehoben

Millimeterarbeit und Staub

Das Werk ist vollbracht: Thomas Sauer neben einem Hochstraßen-Pfeiler mit vier Hydraulikpressen. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Autofahrer in und auch um Bremen können wieder aufatmen. Auf der Hochstraße am Hauptbahnhof und auch auf der B 75 in Huchting brummt wieder der Verkehr. Doch die Hochstraße steht weiter unter Beobachtung und die Notwendigkeit einer weiteren Sperrung der B 75 ist noch nicht auszuschließen.

Die Hochstraße am Bremer Hauptbahnhof ist seit Sonntag am frühen Nachmittag wieder in Betrieb. Jetzt ist sie wieder auf ihrer normalen Höhe – und vor allem auch wieder gerade. Nachdem sie durch die Arbeiten in der Baugrube für das „City Gate“ um 15 Millimeter abgesackt war und zudem eine Neigung von drei Millimetern aufwies, wurde sie mit Hilfe von 24 Hydraulikpressen wieder geradegerückt.

„Alles lief wunderbar. Um 7 Uhr begannen die Vorbereitungen, um 8.15 Uhr wurde mit dem Heben begonnen. Um 12.15 Uhr war das fertig“, sagt Thomas Sauer, Abteilungsleiter im Bereich Brückenbau beim Amt für Straßen und Verkehr (ASV). „Danach haben wir nochmal alles mit Theodoliten nachgemessen und überprüft, ob sich irgendetwas bei der Lage der Brücke im Verhältnis zu den anderen Bauwerken verändert hat.“ Insgesamt sei diese Messung an etwa 20 Punkten von zwei Spezialisten durchgeführt worden.

Vorgänge wie dieser sind aufgrund des langsamen Tempos für Betrachter absolut unspektakulär. „Die Hydraulik hat die Träger in drei Schritten zu je fünf Millimetern angehoben. In einem vierten Schritt wurde dann die Schräglage beseitigt“, sagt Sauer. „Es wurden bei jedem der vier Vorgänge die Trägerpaare nacheinander durchgegangen.“ Jetzt halten sogenannte Futterplatten aus Stahl die Brücke auf Höhe.

In einem Träger steckt noch immer ein von den Technikern nicht erwarteter Verbindungsstift, der den Träger mit dem Boden verbindet. Die dort eingefügte Futterplatte aus Stahl ist ein Stück weit ausgesägt, um diesen Stift umschließen zu können.

Die Hydraulikpressen bleiben zunächst einmal unter der Hochstraße stehen. Sie weisen einen minimalen Innendruck auf, damit niemand sie klauen kann. Lediglich die Schläuche werden entfernt, damit sie niemand ablösen und mitnehmen kann.

Weiterhin wird alle 20 Minuten von einer Kamera am naheliegenden Columbus-Hotel an allen Pfeilern der Brücke nach Veränderungen gesucht. Bereits wenn diese um ein bis zwei Millimeter absacken, schlägt die Elektronik Alarm.

Im Gegensatz zur Anhebung der Hochstraße am Hauptbahnhof lässt sich der Abriss der B 75-Brücke auf der Heinrich-Plett-Allee in Huchting als Besucher-Magnet bezeichnen. Dröhnen, Krachen und aufsteigender Staub – ein eindrucksvolles Ereignis auf der bis an den Horizont autofreien B 75. Viele Zuschauer starrten Sonntag auf die vier Bagger, die die Teile zertrümmern und beiseite legten, nachdem die Bagger die Brücke am Sonnabend gegen 20.15 Uhr endgültig zum Einsturz gebracht hatten.

Zu Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob eine weitere Sperrung der Bundesstraße 75 notwendig sein wird.

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