Die Meister haben Ideen

Betriebe beim „Mahl des Handwerks“ geehrt

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Stolz zeigen die Preisträger ihre Urkunden: Nick van Heyningen (v.l.), Jörg Martens (Orthopädie-Technik Martens) und Anke Mio, dahinter stehen Stefan Mio (l.) und Thorsten Gulde (alle Mio & Gulde).

Bremen - Drei Betriebe dürfen sich jetzt über den mit 10 000 Euro dotierten Preis „Innovatives Handwerk 2016“ freuen. Ausgezeichnet wurden sie am Mittwochabend beim 50. „Mahl des Handwerk“ von Sparkasse und Handwerkskammer im Finanzcentrum Am Brill.

Bei Nick van Heyningen, Inhaber einer gleichnamigen Konditorei und Gewinner in der Kategorie „Betriebsgründung“, handelt es sich um einen mit 30 Jahren sehr jungen Gründer. Sein Spezialgebiet sind Pralinen und Schokoladen ohne Konservierungsstoffe, die trotz hoher Qualität bezahlbar sein sollen. Hergestellt wird das alles in reiner Handarbeit. Nach einer Ausbildung zum Konditor und einer sehr kurzen Zeit als Geselle machte van Heyningen seinen Meister. „Als Meister wollte ich nicht mehr für gut zehn Euro Stundenlohn 44 Stunden pro Woche arbeiten. Darum ging ich in die Industrie“, erzählte er und macht noch einen kleinen Scherz: „Da hatte ich 38 Stunden und zuviel Urlaub und Wochenende.“ Binnen drei Jahren entstand aus einer Nebentätigkeit seine eigene Spezialkonditorei. „Wichtig ist die Freude daran, selbstständig zu sein“, sagte van Heyningen. Er weiß aber auch um die Risiken. „80 Prozent des Pralinenumsatzes entfallen auf die Monate Oktober bis Dezember. Wenn ich mir dann das Bein breche, ist das nicht gut.“

Die „Orthopädie-Technik Martens GmbH“ wurde in der Kategorie „Technologie und Nachhaltigkeit“ für die „mustergültige Entwicklung“einer elektronischen Auftragsbearbeitung ausgezeichnet. Die 1978 gegründete Firma in Kattenturm erhebt alle Daten so, dass Krankenkassen gut damit klarkommen. „Sie sind ein gutes Beispielunternehmen, das anderen hilft umzudenken“, sagte Martina Jungclaus, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer.

Die Technik steigert auch die Leistung. Das Unternehmen vermisst die Beine von Kunden mit einem 3-D-Messsystem, so dass exakt passende Kompressionsstrümpfe von Fabriken produziert werden können. Ein 2-D-Scanverfahren ermöglicht computergefräste Schuheinlagen von neuartiger Qualität. Zudem hat die Firma ein Verfahren entwickelt, dass den Hilfsmittelbedarf in Heimen feststellt.

Der Preis für gesellschaftliche Verantwortung geht an den „Malerei-Meisterbetrieb Mio & Gulde“. Dieser beschäftigt ausschließlich Frauen. Ältere und Beeinträchtigte bieten neben Malerarbeiten auch zusätzliche Leistungen wie Möbelaufbau an. Bereits fünf Frauen haben bei „Mio & Gulde“ ihre Ausbildung zur Malerin und Lackiererin abgeschlossen. „Wenn eine Frau in diese Männerdomäne einsteigt, dann will sie das auch“ erzählte Anke Mio. „Mit Jungen haben wir eher keine guten Erfahrungen gemacht.“ 

mko

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