Industriekletterer montieren Porträts für die neue Amerika-Ausstellung im Übersee-Museum

Maßarbeit am Seil: Mexiko hängt

Industriekletterer Sven Beulke hängt im Seil – und leistet Maßarbeit für die „Eingangsinszenierung“ der neuen Amerika-Ausstellung im Übersee-Museum. - Foto: Esser

Bremen - Das Übersee-Museum ist derzeit eine Baustelle. Ausgestopfte lebensgroße Pferde und Bisons sind noch Verschiebeware. Sie suchen ihren Platz. Ihren zukünftigen Stammplatz in der neuen Amerika-Ausstellung neben einem präkolumbischen Goldschatz und einem reichgedeckten „Thanksgiving“-Tisch. Die Ausstellung wird in knapp drei Wochen, am Sonnabend, 5. November, eröffnet. Um sie herum herrscht reges Treiben. Verschiedene Gewerke arbeiten auf Hochtouren. Es wird geschraubt, geräumt und gehämmert.

Und am Montag auch geklettert. Zwei Industriekletterer der Bremer Firma PSA-Zentrale seilten sich vom 17  Meter hohen Glasdach des Museums ab, um 15 große Porträts weithin sichtbar im Lichthof anzubringen. Maßarbeit am schwankenden Seil. „Das habe ich mir einfacher vorgestellt“, sagt Sven Beulke immer wieder zu seinem Kollegen. Mexiko hängt, Uruguay folgt. Und so weiter.

Die 85 Zentimeter mal 120 Zentimeter großen Porträts seien „Teil der Eingangsinszenierung der neuen Ausstellung“, sagt Museumssprecherin Cerstin Wille. Insgesamt 62 Porträts zeigen Gesichter von in Bremen und „umzu“ lebenden Amerikanern. Sie stammen aus nahezu allen Ländern Amerikas und sollen die Besucher auf die Vielfalt der Kulturen des Doppelkontinents einstimmen. Die neue Ausstellung will Amerika als das Ergebnis einer langen Einwanderungsgeschichte und als Ort vielfältiger Kultur- und Naturräume zeigen. Menschen und ihre persönlichen Geschichten stehen im Mittelpunkt. „Acht Filmporträts spinnen den roten Faden der Ausstellung durch die vier Themenschwerpunkte Einwanderung, Religion, Politik und Gesellschaft sowie Welthandel. Und um einen „ganzheitlichen Blick“ zu ermöglichen, werden Völker-, Natur- und Handelskundeabteilung des Übersee-Museums verwoben, heißt es. Amerika schließt den Reigen der neugestalten Kontinent-Ausstellungen im Übersee-Museum vorerst ab. Erstmals seit 2001 können die Besucher wieder „auf Museumsweltreise über alle fernen Kontinente gehen“, so Wille.

Das Übersee-Museum hat dienstags bis freitags von 9   bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Eintrittskarte für Erwachsene kostet 7,50 Euro. Kinder (sechs bis 17 Jahre) zahlen 2,50 Euro. - je

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