"Ein Mammutprojekt"

Wesernetz bereitet Gasumstellung in 170.000 Haushalten und Betrieben vor

Ein Monteur stellt den Gasherd um. Der Wesernetz-Gesellschaft steht ein Mammutprojekt bevor: Geräte in 170 000 Haushalten in Bremen, Bremerhaven, Stuhr, Weyhe und Thedinghausen müssen auf anderes Gas vorbereitet werden. - Foto: SWB AG

Bremen - Von Isabel Niesmann. Worte wie „Herkulesaufgabe“ oder „Mammutprojekt“ fielen am Dienstag vor Journalisten bei der Wesernetz GmbH Bremen, der Netzsparte der SWB AG (früher: Stadtwerke). Und ohne Frage, die anstehende Gasumstellung ist ein großes Vorhaben: In den nächsten sechs Jahren wird in 170.000 Haushalten und Betrieben in Bremen, Bremerhaven, Stuhr, Weyhe und Thedinghausen schrittweise von „L-Gas“ (Low-Gas) auf das energiereichere „H-Gas“ (High-Gas) umgestellt.

Beim Kochen, Heizen oder bei der Warmwasserzubereitung wird der Verbraucher den Unterschied nicht merken, es ist ein rein chemischer, heißt es. Die Experten können sich auf sage und schreibe 16.500 unterschiedliche Gerätemodelle gefasst machen, also in der Tat ein ehrgeiziges Projekt. Die Umstellung wird den Angaben zufolge nötig, weil die Fördermenge des „L-Gas“ aus den Niederlanden und Niedersachsen sinkt. H-Gas kommt meist aus den GUS-Staaten oder den Erdgasfeldern vor Norwegen und Dänemark.

Für diese Umstellung sind eine schrittweise Überprüfung und gegebenenfalls eine Anpassung aller Gasverbrauchsgeräte, von der Heizung bis zum Terassenstrahler, notwendig. Mit der Erfassung der ersten Geräte wird Mitte August in rund 3500 Haushalten in Mahndorf begonnen, so Wesernetz. Bis 2020 folgen alle weiteren Stadtteile von Südost nach Nordwest. Erst nach Vollendung der Arbeiten in Bremen wird in Bremerhaven das Gas umgestellt, voraussichtlich ab 2021.

„Für den Kunden entstehen keine direkten Kosten“, betonte Timo Poppe vom Vorstand der SWB. Das Investitionsvolumen von insgesamt 70 Millionen Euro wird stattdessen über die Netzentgelte auf alle Gaskunden – deutschlandweit und über mehrere Jahre verteilt – umgelegt. „Der Wert ist marginal“, unterstrich Poppe. Wenn aber die Heizung so alt sein sollte, dass es hierfür keine Ersatzteile mehr gebe, müsse der Verbraucher die Kosten für die neue Heizung selbst tragen. „Wie viele dieser ,Uralt-Heizungen‘ das sein werden, können wir nicht abschätzen“, so Poppe.

Ein Jahr nach der Überprüfung der Geräte, im Juli 2017, beginnen die eigentlichen technischen Anpassungen. „Das kann der Austausch einer Düsenplatte oder eine Softwareeinstellung ein“, erklärte Friedhelm Strudthoff von Wesernetz und betonte: „Die Geräte sollen möglichst gut gewartet sein. An mangelhaft gewarteten Geräten können wir nichts verändern.“ Dies sei eine Frage der Sicherheit: „Das ist Erdgas, da müssen wir perfekt arbeiten“. Um die Verbraucher so gut wie möglich zu informieren, gibt es in jedem Stadtteil einen Ansprechpartner.

Ein Infomobil soll aufklären, eine Werbekampagne die Marke Wesernetz bekanntermachen. Informationen sind nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Türkisch, Polnisch, Russisch, Französisch und Arabisch erhältlich. Friedhelm Behrens von Wesernetz hob hervor: „Der Monteur trägt Dienstkleidung, nennt immer unaufgefordert die Kundennummer, hat außerdem den Dienstausweis, einen Werkzeugkoffer und einen Tablet-Computer bei sich.“ „Haben Sie auch nur den Hauch eines Zweifels an der Echtheit des Monteurs, rufen Sie Wesernetz an“, so Poppe.

Infos zur Gasumstellung unter:

www.gasumstellung.de

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