Bremer Braumanufaktur bietet auch Brauseminare an

Malzmühlen mit Handbetrieb

Beim Bier gemütlich den eigenen Gerstensaft brauen: Peter Scholz (v.l.), Daniel Lenz und Florian Meyer haben Spaß beim Workshop der Bremer Braumanufaktur in der „Alten Schnapsfabrik“. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Markus Freybler, Inhaber der Bremer Braumanufaktur, bietet verschiedene Biere an. Zurzeit braut er in mehreren Manufakturen um Bremen herum, weil er noch keinen geeigneten Raum finden konnte, um seine eigene Brauerei aufzubauen. Eine passende technische Ausrüstung hat er bereits. Neben seinen Bieren bietet er auch Brauseminare an für Leute, die sich in den eigenen vier Wänden einmal am eigenen Bier versuchen wollen.

21 angehende Hobby-Brauer haben sich in den Räumen der „Alten Schnapsfabrik“ versammelt. Während eines Kurses wird auch das eine oder andere Bier getrunken. Deshalb steht ein Zapfhahn bereit. Und auch das Zapfen will gelernt sein. Freybler erklärt, wie es geht. „Wir ziehen den Hebel nach vorne. Es kommt Bier.“ Das klappt gut, vor allem, wenn man das Glas etwas schräg hält. Doch die Anlage kann noch mehr. Einmal den Hebel zurück, im Glas entsteht eine Schaumkrone. Alle Teilnehmer probieren sich, verglichen mit dem Brauen ist das einfach. Ein erstes Bier tröstet darüber hinweg, dass sich die Teilnehmer sechs Wochen gedulden müssen, bis sie ihre Brauerzeugnisse zugeschickt bekommen.

Ein bisschen Vorsicht ist beim Mahlen des Malzes geboten. Zwei Mühlen mit Handbetrieb stehen bereit. „In den Öffnungen haben die Finger nichts verloren. Wir bekommen im Bier sonst plötzlich eine Farbe, die wir nicht wollen“, mahnt Freybler. Während einige Herren beim Mahlen ins Schwitzen kommen, überprüft der Rest die Temperatur des Wassers. 59 Grad muss es haben. Dann wird das gemahlene Malz reingegeben.

Die Teilnehmer haben drei Gruppen gebildet. Es entstehen ein Pale Ale, ein „Freimarktsbier“, welches streng genommen ein „Oktoberfest-Bier“ ist, sowie das „stärkste Bier Bremens“, nach dem Vorbild von Bieren aus den belgischen Klostern der Trapisten. Letzteres hat es mit über acht Prozent Alkohol ordentlich in sich. Auch Honig steht bereit sowie Koriander und Kandis. Die Biere müssen nicht zwingend nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut werden.

Bei einem Bier und etwas Brot macht der Braukurs Spaß. Ole Sterzik aus Barnstorf hat sich entschieden, beim Pale Ale mitzumachen. „Das soll am einfachsten sein. Man kann es außerdem bequem bei Zimmertemperatur brauen“, sagt er. „Ich bin total überrascht, dass man schon für 200 Euro alles bekommt, was zum Bierbrauen nötig ist.“

Wer ohne selbst Hand anzulegen, mal ein neues Bier ausprobieren möchte, trifft bei der Braumanufaktur auf acht Biersorten. „Am beliebtesten ist das „Kräusen‘“, sagt Freybler. „Es ist unfiltriert und natürlich. Hopfen und Hefe bleiben drin.“ Das „Ale No. 2“ hat Hopfen in sich, der auf der „Gemüsewerft“ in Gröpelingen angebaut wurde. Diese ist der einzige Hopfenproduzent in Norddeutschland. „Es ist ein sehr natürliches Ale im englischen Stil“, sagt Freybler. „Ale-Biere sind eigentlich obergärige englische Biere, während Pils untergärig ist. In der Geschichte gab es auch norddeutsche Ale-Biere.“ Mit dem „Rotbier“ präsentiert er zudem eine alte Bremer Biersorte, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen und die auch im Export sehr erfolgreich war. Die Biere gibt es online und an weiteren Bezugsquellen zu bestellen und zu kaufen.

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