Vierteiliges Sicherheitskonzept am Airport reduziert Risiko von Vogelschlag

Laser und Lärm gegen Vögel

Christian Knuschke, Leiter Aviation am Airport Bremen, setzt den Laser zum Verscheuchen von Vögeln auf dem Flugfeld ein. Unten ist zudem die Gasschussanlage mit vier Rohren zu sehen. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Marton Kowalewski. Mehrmals am Tag ist es nötig, Vögel am Flughafen Bremen zu vergraulen. So soll das Risiko von Vogelschlag reduziert werden, der – wie gerade geschehen – für Flugzeuge zum Problem werden kann.

Vor wenigen Tagen hatte eine Germania-Maschine mit 113 Passagieren an Bord kurz nach dem Start umgekehren müssen, weil eine Stichflamme aus einem der beiden Triebwerke kam. Die Ursache: Ein Vogel war ins Triebwerk geraten. Solche Vorfälle seien extrem selten, dafür sorge ein vierteiliges Konzept, heißt es beim Airport. Die Vögel werden überwacht und mit Geräuschen und sogar Lasern verscheucht.

Die einfachste Sicherheitsmaßnahme besteht im Biotop-Management. Das Gras auf den Wiesen des Flughafens darf ordentlich hoch wachsen. Da Mäuse und andere Beutetiere darin schwer zu erkennen sind, verlieren die Wiesen ihre Attraktivität für Greifvögel, heißt es.

Die zweite Komponente beinhaltet mehrere Maßnahmen, um Vögel aktiv zu verscheuchen. Christian Knuschke, Leiter Aviation am Airport Bremen, zeigt die modernste Technik auf diesem Sektor: einen Laserstrahler mit einer Reichweite von mehreren hundert Metern. Ein kleiner Punkt auf dem Visier des handlichen Strahlers zeigt, wo der Lichtstrahl auf die Umgebung trifft. Das Auftreffen des Lichtstrahls, etwa auf Asphalt, ist auch für den Menschen sichtbar. Dazwischen sieht man nichts.

Ganz anders ist dagegen die Wahrnehmung der Vögel. „Die haben ein anderes Sichtspektrum. Sie sehen den Laserstrahl als einen Festkörper. Er sieht aus wie ein riesiger Stock, mitunter mehrere hundert Meter lang“, sagt Knuschke. Bei den handlichen Lasern handelt es sich um eine sehr junge Technik. Es gibt sie erst seit etwa zwei Jahren. 

„Der Airport Bremen war beim Einsatz der Technik mit führend, als die auf den Markt kamen“, sagt Knuschke. Ebenfalls keine Selbstverständlichkeit an Flughäfen sind die etwa zwei Dutzend Gasschussanlagen auf dem Bremer Flugfeld, die mit vier Rohren für einen lauten Knall sorgen können. „In den Anlagen wird Gas in vier Rohren entspannt“, erklärt Knuschke. „Die Bürger in Huchting hören das manchmal.“

Saatvögel lassen sich eher mit dem Laser vergraulen, Greifvögel dagegen eher mit einem Knall. Desweiteren besteht die Möglichkeit, Pyrotechnik von Signalpistolen zu verschießen. Wenn das alles nicht hilft, kann immer noch ein Jäger angefordert werden.

Der dritte Teil des Sicherheitskonzeptes umfasst die ständige Überwachung der Vögel und ihrer Flugbewegungen auf dem Gelände. „Wir gucken dabei auch, um welche Vogelart es sich handelt. Nicht alle Arten sind gefährlich. Natürlich nimmt die Gefahr mit der Größe eines Vogels zu“, sagt Knuschke.

Viertens werden Vorhersagen gemacht. Dafür erfassen Landschaftsökologen und Vogelkundler den Vogelbestand. „Wir geben bei Risiken per Funk Warnungen an die Flugsicherung raus“, so Knuschke.

Etwa 1.500 Fälle von Vogelschlag gäbe es jährlich in Deutschland, erklärt Knuschke. Die meisten davon würden lediglich für den Vogel verheerend enden. Vorfälle wie vor einer Woche seien extrem selten, sagt der Aviation-Chef.

www.bremen-airport.com

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