„Borgward-Welttreffen“: Schmucke Oldtimer

„Kulturelles Erbe“

Rosemarie Simon und Werner Fritz vor ihrer Ausfahrt in der farbenfrohen „Isabella“ aus dem Jahr 1960. - Foto: Niesmann

Bremen - Von Isabel Niesmann. Sie fallen immer auf: Als sich die Borgwards in ihren schillernden Farben gestern von der Bremer „Waterfront“ in Bewegung setzten, waren ihnen viele bewundernde Blicke sicher. „Wir hatten einmal eine Panne. Während wir am Rand standen und auf den ADAC gewartet haben, haben mehrere Autofahrer einen Auffahrunfall verursacht, weil sie so neugierig geguckt haben“, erzählt Beifahrerin Rosemarie Simon schmunzelnd, während Werner Fritz am Steuer die knallblaue „Isabella“ aus dem Jahr 1960 durch den Bremer Stadtverkehr manövriert.

Zu einem Unfall kam es gestern zum Glück nicht. Bei dem „Borgward-World-Meeting“ mit rund 500 Teilnehmern stand der Vormittag ganz im Zeichen der Ausfahrten. Im Konvoi steuerten Fahrer verschiedene Ausflugsziele an – etwa die „Borgward-Zeitmanufaktur“, das Mercedes-Benz-Werk oder den historischen Hafen in Vegesack.

Rosemarie Simon und Werner Fritz aus Buchholz im Westerwald entschieden sich für den Besuch der Lloyd-Garagen in der Neustadt. „Zwei Jahre lang habe ich das Auto restauriert. Vorher war das eine Rostlaube“, so Fritz, während er routiniert die Lenkradschaltung betätigt. Jetzt läuft der Wagen wieder einwandfrei. Und das Fahrgefühl ist natürlich nicht mit dem neuerer Autos zu vergleichen. Nur auf dem Kopfsteinpflaster kurz vor den Lloyd-Garagen macht sich die schlechtere Federung dann doch bemerkbar.

Der Bremer Verleger, Autor und Borgward-Experte Peter Kurze taucht bei seiner Architekturführung der Lloyd-Garagen in die Vergangenheit und das Leben des Firmengründers Carl F.W. Borgward ein. Den Anfang machte er in Halle 4, eine der wenigen erhaltenen früheren Produktionshallen aus den 50er Jahren. Wo früher die Endmontage stattfand, gibt es heute Stellplätze für Oldtimer. Mehrere Hallen mussten einem Supermarkt weichen. „Wir können die Dimensionen heute nur schätzen und ein bisschen erlaufen. Alles andere ist schon weg“, so Kurze.

Am Nachmittag eröffneten Monica und Christian Borgward, Tochter und Enkelsohn des damaligen Gründervaters, offiziell das Borgward-Treffen auf dem Gelände der „Waterfront“. „Mein Vater wäre sehr stolz auf die Fahrzeuge und auf die Menschen, die sie erhalten haben“, so Monica Borgward. „Das Auto hat sich vom Gebrauchsgegenstand zum kostbaren Oldtimer gewandelt. Es ist ein kulturelles Erbe.

Der Freitag beim "Borgward-World-Meeting"

Dieses Treffen beweist, dass dieses Erbe bewahrt wurde. Das müssen wir an die nächste Generation weitergeben.“ „Waterfront“-Center-Managerin Kirsten Jackenkroll ging auf den Zauber der Borgwards ein. Auf „wunderschöne Tage und viele gute Gespräche“, freute sich Christian Borgward, der am Morgen bereits die erste Ausfahrt mit dem Premierenmodell Borgward BX 7 AWD aus der neuen Produktionslinie unternommen hatte. Die Prototypen des Modells, mit denen Vergangenheit und Zukunft vereint werden sollen, werden auch heute auf dem Gelände der „Waterfront“ präsentiert.

Der Sonnabend beim "Borgward-World-Meeting"

Ein Teilemarkt, eine Auktion, ein Bühnenprogramm und eine Geburtstagfeier anlässlich des 125. Geburtstages von Carl Borgward am Abend komplettieren den dritten Tag des „Borgward-Welttreffens“. Es endet morgen um 10 Uhr mit einem Autokorso zum Marktplatz.

Der Sonntag beim "Borgward-World-Meeting"

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