Vegesack-Kalender mit Overbeck-Motiven

Wo die Künstler die Staffelei aufstellten

Hermine Overbeck-Rohte: „Blick auf Krümpelhäuser“, gemalt nach 1906, Öl auf Leinwand. - Foto: Overbeck-Museum

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Ach, wie die Zeit vergeht. . . Zeit also, um zum Beispiel schon einmal an das nächste Jahr zu denken. Warum auch nicht? In vielen Geschäften sind schon Kalender zu bekommen. Kalender für das Jahr 2017, wohlgemerkt. Und das Kalender-Thema führt uns ganz zwanglos zu einer Premiere. Zu einer Premiere am Vegesacker Overbeck-Museum, um genau zu sein. Dort nämlich gibt es zum ersten Mal einen Kunstkalender mit Motiven aus Vegesack und Umgebung, die Fritz und Hermine Overbeck-Rohte gemalt haben.

Der Kalender ist das Ergebnis einer Kooperation des Museums und der Buchhandlung Otto & Sohn. „Martin Mader von Otto & Sohn war auf der Suche nach neuen Ideen, die die Einmaligkeit unserer Region präsentieren“, so Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi. Im Overbeck-Museum wiederum häuften sich die Anfragen, ob aus der beliebten Reihe „Bild des Monats“ nicht einmal ein Kalender entstehen könne, der alle in dieser Reihe besprochenen Bilder eines Jahres zeige – regionale Motive im Wechsel der Jahreszeiten, sozusagen.

Nun liegt er vor, der Kalender mit zwölf Bildern des Malerpaares. „Alle Motive stammen aus dem Bremer Norden und sind nicht nur eine Augenweide für Kunstliebhaber, sondern vermitteln anschaulich, wie es vor mehr als 100 Jahren etwa an der Schönebecker Aue oder im Vegesacker Hafen aussah“, heißt es. „Ortskundige können womöglich recht genau nachvollziehen, an welchem Standort die Maler ihre Staffelei aufgestellt hatten“, vermutet Pourshirazi.

Zugleich sind die ausgewählten Motive die geplanten „Bilder des Monats“ für das kommende Jahr. Sie werden 2017 monatsweise vorgestellt – mit zusätzlichen Hintergrundinformationen, historischen Fakten und biografischen Details aus dem Archiv des Overbeck-Museums. Ganz wie gewohnt also. „Wir wollen uns im kommenden Jahr mit der Reihe zum ,Bild des Monats‘ einmal ganz auf Motive aus Bremen-Nord konzentrieren“, sagt Pourshirazi. „Immerhin hat das Malerpaar viele Jahre hier an der Aue gelebt und gearbeitet. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen und in die historische Entwicklung Vegesacks sowie in die Entstehungsgeschichte dieser wunderbaren Bilder einzutauchen.“

Fritz Overbeck (1869 bis 1909) gehörte zu den fünf Gründern der Malerkolonie Worpswede. 1905 verließ er Worpswede, um sich mit seiner Familie in Bröcken bei Vegesack niederzulassen. Im Alten Packhaus an der Alten Hafenstraße 30 ist ihm und seiner Frau, der Malerin Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937), seit 1990 das Overbeck-Museum gewidmet. Es ist täglich außer montags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Kalender kostet zwölf Euro und ist im Overbeck-Museum zu haben.

Acrylfarbe auf Aquarellpapier

Vom Bremer Norden nach Schwachhausen – beim Kreisverband des Roten Kreuzes (DRK) an der Wachmannstraße 9 sind gegenwärtig (und noch bis zum 30. September) schwarz-weiße Acrylbilder auf Aquarellpapier zu sehen. Die Arbeiten stammen von dem Künstler Stephan Fiedler, der in einer Ausstellungsankündigung so zitiert wird: „Ideengrundlage für die Ausstellung ist das Leben selbst.“

Fiedler, geboren 1977 in Sulingen, ist gelernter Hotelfachmann. Er lebt seit 1999 in Bremen. „Mit dem Malen fing er an, seine Erfahrungen mit unterschiedlichen Gesellschafts- und Kulturkreisen künstlerisch zu verarbeiten und darzustellen“, so ein DRK-Sprecher. „Das Interesse an Kunst- und Literaturgeschichte ist ein fester Bestandteil seines Lebens.“ Die Ausstellung ist montags bis donnerstags in der Zeit von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 14 Uhr zu sehen.

Auszeichnung für die „Feuerspuren“

Auf den 6. November fällt es in diesem Jahr, das internationale Erzählfestival „Feuerspuren“ in Gröpelingen – verbunden mit einem verkaufsoffenen Sonntag in der Zeit von 13 und 18 Uhr. Die „Feuerspuren“ haben sich zu einer Marke entwickelt, und genau das ist jetzt – mit Blick auf das Erscheinungsbild von Programmheft, Plakaten, Internetauftritt – ausgezeichnet worden. Die Agentur „Gruppe für Gestaltung“ und die „Feuerspuren“-Organisatoren vom Verein „Kultur vor Ort“ haben sich dieser Tage über den „German Brand Award“ (Kategorie: „Crossmediale-Kampagne“) gefreut.

Das Festival gibt es seit 2007. Mehr als 150 Nationen, mehr als 60 Sprachen – in Gröpelingen ist gewissermaßen die Welt zu Hause. Diese Vielfalt zu feiern, ist die Idee der „Feuerspuren“. „Anfangs ging es uns darum, den Sprachenschatz des Stadtteils zum Klingen zu bringen“, erklärt Julia Klein, Geschichtenerzählerin und künstlerische Leiterin des Festivals. „Inzwischen geht es um neue Erzählformate, inhaltliche Impulse und differenzierte Versuche, neue Stadtteilbewohner in das Festival einzubeziehen.“ Das Zusammenspiel von Geschichten und Sprachen, Feuer und Licht bildet die Basis für die visuelle Gestaltung des Festivals. Etliche Elemente werden aus Motiven des Stadtteils entwickelt – was nun auch die Jury des die Jury des „German Brand Award“ überzeugte.

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