Kühne und Nagel investiert 26 Millionen Euro in neues Gebäude

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Noch ist es ein Entwurf: So soll das August-Kühne-Haus, der Neubau am Firmenstammplatz, einmal aussehen. Bis 2019 ist die komplette Fertigstellung geplant. Entwurf: Architekturbüro MPP

Bremen - Von Jörg Esser. Der Logistikriese Kühne und Nagel investiert 26 Millionen Euro in einen Neubau seines Stammhauses am jetzigen Standort an der Ecke Wilhelm-Kaisen-Brücke/Martinistraße. Und die Zeitvorgabe ist ehrgeizig. Ein elfgeschossiger Neubau, dann der Abriss des alten Gebäudes, dann noch der Neubau eines Staffelgeschosses – und das alles bis Mitte 2019. „Das ist machbar“, sagt Architekt Jan Meding aus Hamburg.

Es ist ein sensibler Standort an einer historischen Achse. An der Stadtkante. „Das Baugrundstück liegt am äußeren Ende der Pufferzone zum Weltkulturerbe“, sagt Landesdenkmalpfleger Prof. Dr. Georg Skalecki. Es fallen Stichworte wie „Umgebungsschutz“ und „virtuelle Integrität“. Senatsbaudirektorin Prof. Dr. Iris Reuther sagt, es entstehe eine „städtebauliche Figur, die Maßstäblichkeit aufgreift“. Und sie spricht von einem „respektvollen Umgang mit der Silhouette“. Nun denn. Bremens Antlitz am Tor zur Innenstadt wird sich jedenfalls verändern. Nicht nur optisch. Auch die Straßenführung wird geändert. Die freie Rechtsabbiegerspur von der Martinistraße auf die Kaisen-Brücke fällt weg.

Seit 1962 am Weserufer: die von Cäsar Pinnau entworfene Bremer Zentrale von Kühne und Nagel.

Kühne und Nagel braucht nämlich mehr Platz. Und kauft der Stadt ein 971 Quadratmeter großes Areal an der Brückenkante ab – für rund eine Millionen Euro. Macht etwa 1000 Euro pro Quadratmeter. „Das Grundstück wird nicht verramscht“, wehrt sich Jens Tittmann, Sprecher des Bausenators, gegen Vorwürfe, das Grundstück werde unter Wert verkauft. Das Areal sei schließlich keinesfalls baureif. Dafür muss das Logistikunternehmen selbst sorgen. Es muss für alle Folgekosten aufkommen. Und es zahlt für den Umbau der Kreuzung. Außerdem habe Bremen großes Interesse daran, Kühne und Nagel am Standort zu halten. „Wir hätten an anderen Standorten günstiger bauen können“, sagt Uwe Bielang, Regionalleiter für Norddeutschland bei Kühne und Nagel. „Aber in diesem Standort stecken viele Emotionen.“ Die Unternehmensgeschichte an dem Standort reicht bis 1909 zurück. Das jetzige Firmengebäude wurde unter Regie des renommierten Hamburger Architekten Cäsar Pinnau 1962 fertiggestellt und wurde 1970 um drei Etagen aufgestockt. Seit einem Jahr wird intensiv am Neubau geplant. „Wir haben massiven Platzbedarf“, sagt Bielang. Die K-und-N-Gruppe, zu der auch das Logistikunternehmen Stute zählt, beschäftigt in Bremen rund 1500 Mitarbeiter.

Einen Architektenwettbewerb hat es nicht gegeben. Dafür ein hochrangiges Gestaltungsgremium. Das habe sich in zehn Monaten mit 16 Varianten und Entwicklungsstufen dem Ergebnis genähert, sagt Architekt Meding. Entstehen soll ein elfgeschossiger Neubau mit drei unterschiedlich hohen Baukörpern und 11500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Der höchste Turm des nach dem Firmengründer benannten August-Kühne-Hauses soll 39 Meter hoch werden – fünf Meter höher als das bisherige Gebäude. Der Neubau soll zur Weserseite hin offen sein – geplant sind im Erdgeschoss zwei Arkaden und ein Café. Oben drauf sind Konferenzräume und eine Dachterrasse. Die Fassade werde mit einer Art Wesersandstein (Grau-beiger Ton) erbaut und bewegt dargestellt. „Das zeigt Dynamik“, sagt Meding. Und weiter: „Der Neubau wirkt schlank.“ Das Gebäude spiele mit der Höhe. „Es treppt sich zum Fluss hin ab.“

Einen Antrag auf Baugenehmigung hat Kühne und Nagel unlängst gestellt. Der durchläuft die Gremien. Geht alles glatt, sollen die Bauarbeiten in diesem Jahr beginnen, sagt Meding. Im ersten Bauabschnitt soll dann der Gebäudetrakt an der Brücke mit dem 39 Meter hohen Turm bis Ende 2017 hochgezogen werden. Es folgen der Abriss des jetzigen Gebäudes und der Neubau der Sockelbauten.

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