„Freie Brau-Union“ übertrifft eigene Erwartungen

Craft-Bier made in Bremen

Lüder Kastens (l.) und Kristof Herr an der Brauanlage der „Freien Brau-Union“ an der Theodorstraße in Walle. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Als Lüder Kastens das Gebäude der 1968 geschlossenen Union-Brauerei an der Theodorstraße in Walle zum ersten Mal sah, wusste er: Hier muss wieder Bier gebraut werden. Kastens kaufte das Gebäude. Am 19. Dezember 2015 öffnete die „Freie Brau-Union Bremen“. „Bereits einen Tag später lief die Brauerei auf Hochtouren“, sagt Geschäftsführer Kastens. Das hält bis heute in der Brauerei mit angeschlossener Gastronomie an. Hier wird auch ständig an neuen Sorten experimentiert.

Ein dreiviertel Jahr nach der Gründung herrscht weiterhin viel Betrieb in dem großen Gebäude. „Die Leute aus der Nachbarschaft kommen oft zu uns und freuen sich, dass wir diesen Ort wiederbelebt haben“, sagt Kastens.

Hier wird Craft-Bier gebraut, „Bier von vor Ort“, handwerklich hergestellt mit Geschmacksrichtungen jenseits des Mainstreams. Sechs Stammsorten sind immer erhältlich. Die Brauer verwenden unter anderem geröstetes Spezialmalz, das den Bieren ein kraftvolles Aroma verleiht. Genauso auf der Zutatenliste steht Flavor-Hopfen, die den Bieren eine Käuter- bis Fruchtnote geben. Mehr als 60 Menschen arbeiten bei der Union-Brauerei inklusive Gastro- und Eventbereich, im Braubetrieb sind es zehn. 

Neuer Geschmack durch Whiskey-Fässer

In der Brauerei wird auch experimentiert. Kristof Herr, Braumeister bei der Union-Brauerei, füllt erwartungsvoll „Hanseat 2.0“ in gebrauchte Wein- und Whiskey-Fässer. „Wir bringen mit dem Holz einen neuen Geschmack rein. In einem halben Jahr werden wir wissen, wie das schmeckt“, sagt er. Interessant sei es bereits, an den Füllöffnungen der Fässer zu schnuppern. Aus den ehemaligen Whiskey-Fässern steigt ein Geruch wie von einem starken Likör. Die Biere der Brauerei werden mit dem weichen Bremer Wasser gebraut. „Das Wasser hat einen großen Einfluss auf den Geschmack. Die bitteren Inhaltsstoffe wirken so angenehmer“, sagt Herr.

Craft-Biere sind etwas teurer

Verglichen mit der industriellen Konkurrenz sind die Craft-Biere der Union-Brauerei etwas teurer. Im Supermarkt liegt die Flasche je nach Sorte ab 1,30 Euro. In der hauseigenen Gastronomie gibt es die Sorte „Kellerbier“ zu einem ganz normalen Kneipenpreis von 2,80  Euro. Für die Entwicklung der Sorte „Hanseat 2.0“ wurde eine Gruppe von Studenten danach befragt, wie sie sich das ideale Bier vorstellen. Das Ergebnis: Es soll malzig, nicht zu bitter, mit aromatischem Hopfen und etwas stärker sein. „Um Heimatverbundenheit auszudrücken, eignete sich der Name ,Hanseat‘. Da das zu altbacken ist, haben wir noch ,2.0‘ hinzugefügt“, erzählt Herr. 

Optisch auffällig durch seine rubinrote Färbung ist dagegen das mild schmeckende „Rotbier“ der Brauerei. Immer wieder gibt es neben den sechs Stammsorten kleine Bierserien außer der Reihe, etwa das „1516“ zum Jubiläum des Reinheitsgebotes oder das „Eiswettbier“. Als nächstes steht ein Festbier für das hauseigene Oktoberfest im September an.

Übrigens: Bereits zu Anfang des Sommers war die ursprünglich geplante Biermenge für das ganze Jahr von 200.000 Litern zum größten Teil über den Handel verkauft, sagt Kastens.

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