Mittelalterliche Klosterkirche St. Johann für 3,7 Millionen Euro saniert

Ein Ort der Kommunikation

Die Kirche St. Johann ist die einzig erhaltene mittelalterliche Klosterkirche Bremens. - Foto: Seegers

Bremen - Von Nina Seegers. Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen der katholischen Propsteikirche St. Johann im Schnoor sind nach drei Jahren so gut wie abgeschlossen. Am Sonnabend, 29. Oktober, feiert die mittelalterliche Klosterkirche ihre Wiedereröffnung und lädt zu einem Gottesdienst mit dem Osnabrücker Bischof Dr. Franz-Josef Bode.

Der Pfarrer von St. Johann, Dr. Martin Schomaker, in der sanierten Propsteikirche im Schnoor. - Foto: Seegers

Die Fassade des schlichten Neubaus an der Südseite der Kirche ist aus Corten-Stahl und leuchtet in der Sonne in einem warmen Rostton. Zu der historischen Kirchenfassade im Stil der Backsteingotik ist dieser Neubau ein gelungener, moderner Gegenentwurf. Eine Rampe sowie eine sich automatisch öffnende Tür gewährleisten Barrierefreiheit. Im Inneren riecht es nach frischem Holz. „Dies ist der Franziskussaal“, erklärt Pfarrer Schomaker und ergänzt: „Ein Ort der Kommunikation, ein Ort, wo sich unsere Gemeindemitglieder vor und nach dem Gottesdienst zu Gespräch und Begegnung versammeln können.“ Vom Franziskussaal aus gelangt man zu den neuen barrierefreien Toiletten, in eine neue Küche, in die Krypta in den neu gestalteten Innenhof und in die Kirche. Der Kirchenraum selbst hat einen neuen farblichen Anstrich bekommen: Die einst dunkelroten Säulen des Kreuzrippengewölbes sind nun beige-grau und entsprechen damit dem Sandstein der Fenster. Die Schlusssteine und die Kapitelle setzen mit einem kräftigen Türkis und goldenen Verzierungen Akzente. „Insgesamt wirkt die Kirche durch die neue Farbgebung schlicht elegant und verströmt eine ruhige Atmosphäre“, findet Schomaker.

Zusammen führten sie durch die sanierte Propsteikirche St. Johann: Werner Kalle vom Kirchenvorstand (von links), Pfarrer Martin Schomaker, Küsterin Francis Wächter, leitender Architekt Jürgen Hinse und Fritz Hampe von der Bauverwaltung des Katholischen Kirchenamtes in Bremen. - Foto: Seegers

Besonders markant ist der neu gestaltete Eingangbereich im Inneren der Kirche. Dort wurden die Gebetsorte um die Marienikone „Immerwährende Hilfe“ und die Figur des „Heiligen Antonius“ durch eine goldene Wand in Szene gesetzt. Auch der Beichtraum, in dem die traditionelle anonyme Beichte gepflegt wird oder ein offenes Beichtgespräch geführt werden kann, präsentiert sich in einem neuen Gewand und strahlt eine freundliche Atmosphäre aus. Für wohnungslose und bedürftige Menschen errichtet St. Johann in einem Nebenraum des Altarraums derzeit die „Johannis-Oase“. Obdachlose sollen dort duschen und ihre Wäsche waschen und trocknen können. „Der Bremer-Treff an der Tiefer ist stark überlaufen“, erklärt Werner Kalle vom Kirchenvorstand. Daher sei diese Einrichtung für Bedürftige eine zweite wichtige Anlaufstelle im Bremer Innenstadtbereich. „Wenn alles nach Plan läuft, können wir die Johannis-Oase am 1. Advent eröffnen“, so Kalle weiter. Die Nachfrage wird die Öffnungszeiten bestimmen. Für die Johannis-Oase sucht St. Johann noch nach weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Insgesamt haben die Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen der Propsteikirche knapp 3,7 Millionen Euro gekostet. Davon entfallen rund 900 000 Euro auf den Neubau, gut 1,2 Millionen Euro auf die Außensanierung. Die Innensanierung hat rund 1,5 Millionen Euro gekostet. Den Großteil der Summe übernimmt das Bistum Osnabrück.

Die Kirche St. Johann im Schnoor wurde 1380 als Klosterkirche des Franziskanerordens erbaut. Wegen ihrer Bedeutung als zentrale katholische Kirche in Bremen ernannte sie 1953 der Osnabrücker Erzbischof zur Propsteikirche.

Schomaker freut sich nach gut einem halben Jahr, den Gottesdienst ab Ende Oktober wieder in der eigenen Kirche feiern zu können. Trotzdem blickt er auch gern auf die vergangenen Monate zurück, sagt er. „Denn während wir unsere Gottesdienste in der Liebfrauenkirche, im Willehad-Saal und im Birgittenkloster abgehalten haben, sind viele nette und fruchtbare Gespräche entstanden“, so Schomaker.

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