Berliner Parkplatznöte in Bremer Talkshow

Von Knöllchen und Kreisfahrten

Dunja Hayali spricht heute bei „3nach9“ über Parkplatznöte in Berlin. - Foto: Radio Bremen/Pusch

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die Fernsehjournalistin Dunja Hayali sucht morgens immer ihr Auto. Wo man so etwas erfährt? Im Fernsehen. In der Bremer Talkshow „3nach9“, um genau zu sein. Dort geht es am Freitag ab 22 Uhr im dritten Programm (NDR) um ein in Bremen stets präsentes Problem – Parkplatznöte. Die aber sind nicht allein in Bremen ein Dauerthema, sondern offenkundig auch andernorts.

Etwa in der Hauptstadt. Wenn Hayali in Berlin abends nach der Arbeit müde nach Hause kommt und entnervt die nächstbeste Parkmöglichkeit nutzt, gibt’s mitunter Probleme. „Ich parke dann überall, außer auf Behindertenparkplätzen“, so die Journalistin bei „3nach9“. „Das Blöde ist nur: Ich suche mein Auto gerne am nächsten Morgen, weil ich wieder vergessen habe, wo ich es denn abgestellt habe.“

Auch der Schauspieler und Münsteraner „Tatort“-Kommissar Axel Prahl spricht in der bereits aufgezeichneten Sendung über seine Parkplatzprobleme in Berlin: „Wenn ich um 22 Uhr nach Hause komme, fahre ich eine Dreiviertelstunde immer permanent den gleichen Kreis, um einen Parkplatz zu finden.“

„Ohne mich wäre die Stadt pleite“

Irgendwann sei es ihm dann egal, wo das Auto stehe und er sage sich: „Ich stelle die Karre jetzt hier hin. Und wenn sie Dich abschleppen, dann ist es eben so.“ Am nächsten Morgen habe er zumindest ein Knöllchen von 25 Euro. Der Schauspieler weiter: „Das ist also ein sehr kostspieliges Unterfangen, in der Stadt zu wohnen.“ Auch Dunja Hayali kennt das Problem: „Ohne mich wäre die Stadt Berlin pleite. So viele Knöllchen wie ich kriegt, glaube ich, kaum jemand.“

Und wenn man dann endlich einen Parkplatz gefunden hat, fällt die Erinnerung an den genauen Standort am nächsten Morgen zuweilen schwer. Prahl löst das Problem, sich an den Standort seines Autos zu erinnern, mit Hilfe seines Smartphones: „Ich nehme einfach das Navigationssystem und mache ein Bildschirmfoto.“

Neben Hayali und Prahl begrüßen die Moderatoren – einmal mehr Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo – noch die Musiker Samy Deluxe und Nils Landgren, die Schauspieler Martin Brambach und Gustav Peter Wöhler sowie die Autorin Juli Zeh, die jüngst ihr brandenburgisches Sittengemälde „Unterleuten“ vorgelegt hat. Der Gesellschaftsroman hat begeisterte Kritiken bekommen.

„Seefeuer“: Premiere im Cinema Ostertor

Vom Fernsehen und der Literatur zum Kino – das Rettungsschiff „Aquarius“ der zivilen Hilfsorganisation „SOS Mediterranee“, das im Februar in Bremerhaven ablegte, hat seit Mitte März fast 2.000 Flüchtlinge vor dem Ertrinken im Mittelmeer gerettet. Der europäischen Rettungsorganisation ist es ein Anliegen, dem Sterben im Mittelmeer ein Ende zu bereiten.

Der Verein mit Berliner und Bremer Wurzeln präsentiert nun eine Bremer Vorpremiere des diesjährigen Berlinale-Gewinners „Seefeuer“. Der Film von Gianfranco Rosi über Lampedusa und seine Bewohner dokumentiert die Situation der Flüchtlinge im Mittelmeer – und stellt die beiden Realitäten, die des Mittelmeeres und die der Insel, gegenüber, wie es in einer Vorschau heißt.

Die Vorpremiere beginnt heute, Freitag, um 20 Uhr im Cinema Ostertor. Im Anschluss an den Film wird der Moderator, Autor, Schauspieler und „SOS-Mediterranee“-Botschafter Dirk Böhling mit zwei Mitgliedern der Hilfsorganisation – Hans Gerd Knoop und Klaus Platz – sowie dem Journalisten Dennis Leiffels über das Projekt sprechen. Leiffels hat Rettungseinsätze an Bord der „Aquarius“ begleitet und arbeitet gegenwärtig an einer Dokumentation zum Thema. „Fragen aus dem Publikum sind willkommen“, hieß es vorab.

Die Hilfsorganisation „SOS Mediterranee“ hat sich 2015 auf Initiative des Kapitäns Klaus Vogel gegründet. Den Mittelmeer-Einsatz mit der „Aquarius“ fährt sie gemeinsam mit der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“. „SOS Mediterranee“ ist gemeinnützig und finanziert sich durch Spenden.

www.sosmediterranee.org

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