Albert Hammond begeistert Bremer Publikum

Musicaltheater: Klangteppiche und Bombast-Nummern

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Albert Hammond begeisterte sein Publikum im Musicaltheater mit Orchesterversionen seiner Hits. Hier Hammond (mit Rucksack) bei einem Vorbereitungs- und PR-Besuch im Musicaltheater Anfang Oktober. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. Auch mit 72 Jahren ist Albert Hammond noch für gelingende Experimente zu haben. Einen Tag nach der Vorstellung seiner neuen CD „In Symphony“ kommt das Bremer Publikum live in den Genuss von Hammond mit Band und Orchester. Zusammen mit dem Leipziger Symphonieorchester machte er auf seiner „Symphonic Tour“ Halt im Musicaltheater am Richtweg.

Das Konzert beginnt mit einem instrumentalen Medley der großen Hits aus der Karriere von Albert Hammond und mit Songs, die er für andere Künstler geschrieben hat. Das Medley zeigt bereits sehr eindrucksvoll, wie gut sich die Songs für das Zusammenspiel von Band und Orchester eignen.

Als Albert Hammond auf die Bühne kommt, stehen die Fans von ihren Sitzen auf und applaudieren lautstark. Er wirkt sehr agil und frisch und begrüßt seine Zuhörer mit einem freundlichen Lächeln.

„Give a Little Love“ erklingt. Hammond singt ohne Gitarre, hinter dem Mikrofon stehend. Sofort fällt die ruhige, aber durchaus beeindruckende Gestik des Stars auf. Ein lebendiger Gesichtsausdruck, weiche, niemals hektische Bewegungen der Arme und ein ständiger, wacher Blickkontakt mit dem Publikum.

„Als ich in jungen Jahren nach Los Angeles geflogen bin, fiel mir beim Blick aus dem Flugzeug so ein dunkler Schleier über den Bergen auf. Vor Ort fragte ich einen Taxifahrer, was das ist. Er sagte, wir nennen das ,Luftverschmutzung‘.“ Das ist die Geschichte hinter dem Song über ein Pärchen, das dem Großstadtleben für kurze Zeit in die Natur entflieht – „Down by the River“.

Besonders die ruhigen Balladen geben dem Orchester immer wieder viel Raum, um mit komplexen und sehr filigranen Klangteppichen sowie der Ausgestaltung von Phrasen und anderen Klangelementen der Songs in den Vordergrund zu treten. So entfaltet es seine Pracht beispielsweise bei der Ballade „99 Miles from L. A.“ mit Klangfächern, die entfernt an ältere Titelmelodien aus James-Bond-Filmen erinnern.

Rauschen und Knistern und eine glockenklare Knabenstimme

Später erklingt ein ganz spezielles Wettsingen. „Als ich acht Jahre alt war, hat mein Vater einmal eine Aufnahme von meinem Gesang gemacht. Die Aufnahme von 1952 habe ich mit zur Einspielung von ,In Symphony‘ nach London genommen. Ich wollte mal probieren, ob ich den Gesang dieses Achtjährigen erreichen kann“, erzählt Hammond. Das Lied beginnt. Band und Orchester spielen, aus Lautsprechern ertönt zunächst Rauschen und Knistern, dann eine glockenklare Knabenstimme, die mit kindlicher Leichtigkeit einen Spaziergang bis in die höchsten Lagen macht. Hammond setzt ein. Zunächst erklingen beide Stimmen gleichzeitig, dann übernimmt Hammond „Senior“ ganz. Zwei Welten gehen ineinander über. Aus junger Leichtigkeit wird erfahrener Ausdruck. Wären da nicht die ganz hohen Lagen. „Ich komme mit dem Kind nicht mit“, sagt Hammod mit einem Grinsen.

Das Zusammenspiel von Bandschlagzeug, Pauken und Orff-Instrumentarium lässt einige Songs mit stark in den Vordergrund tretender Rhythmik daherkommen. So klingt „I‘m a Train“ nicht nur ungewohnt bombastisch. Die zackige Akkordfolge wird auch von den Streichern übernommen. Zweimal – auch als Zugabe – kommt „Nothing’s Gonna Stop Us Now“, das Hammond 1987 für die US-Band „Starship“ geschrieben hat. Schon im Original ein Song, der Romantik mit einem sehr dominanten Schlagzeug verbindet, wird das Lied hier zur mitreißenden Bombast-Nummer.

Das Publikum verbringt weite Teile Konzerts im Stehen und spendet viel Applaus. „Es ist unglaublich, wieviel Energie dieser Mann hat. Auch seine Ausstrahlung ist toll“, sagt eine Besucherin.

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