Geschwister Birgit und Björn Becker sind „Bremer Unternehmer des Jahres“

Mut und Kaufmannsgeist

Sparkassen-Vorstandsmitglied Dr. Heiko Staroßom (l.) und Franca Reitzenstein (r.), Vorsitzende der „Familienunternehmer“ in Bremen, überreichten ein Steuerrad an die „Bremer Unternehmer des Jahres“, die Geschwister Birgit und Björn Becker. - Foto: Reineking

Bremen - Von Viviane Reineking. Mit Birgit und Björn Becker von der Becker-Unternehmensgruppe ist gestern Abend in der Sparkasse Am Brill ein Geschwisterpaar zum „Bremer Unternehmer des Jahres“ gekürt worden.

Bereits zum 30. Mal haben die Regionalkreise Bremen der „Familienunternehmer“ (ASU) und der „Jungen Unternehmer“ (BJU) in Kooperation mit der Sparkasse diese ideelle Auszeichnung vergeben. Rund 600 Gäste kamen bei der Unternehmer-Gala in der Sparkasse zusammen, um „unternehmerische Erfolgsgeschichten der Stadt zu feiern“.

Zuvor erhielten die Preisträger ihre Auszeichnungen: Das Steuerrad überreichten Sparkassen-Vorstandsmitglied Dr. Heiko Staroßom und Franca Reitzenstein, Vorsitzende der „Familienunternehmer“ in Bremen, an die Geschwister Becker. Seit 1994 stehen sie an der Spitze der Unternehmensgruppe, die ihr Vater Richard vor 65 Jahren gründete und die im vergangenen Jahr mehr als 30 Millionen Euro Umsatz machte.

Der mit 10 000 Euro dotierte Bremer Gründerpreis ging an den 29-jährigen Jesse Assanoh. Seine 2014 gegründete „Bremetall GmbH“ hat sich auf den Handel von sogenannten „Nichteisenmetallen“ wie Kupfer, Aluminium, Messing und Bronze, die unter anderem in der Elektro- und Medizintechnik zum Einsatz kommen, spezialisiert.

Staroßom unterstrich bei der Preisverleihung den unternehmerischen Mut und Kaufmannsgeist der Bremer Wirtschaft und die Bedeutung mittelständischer Firmen: „Sie stehen für Innovation und Standorttreue, für zukunftsfähige Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie für zuverlässige Steuerzahlungen“, die etwa dem Sozialstaat zugute kämen.

Doch zurück zu den „Unternehmern des Jahres“: Birgit und Björn Becker führen in zweiter Generation die Becker-Holding, deren Eckpfeiler Innovationskraft, Umweltschutz und nachhaltiges Wachstum seien, wie es gestern hieß. Die drei Unternehmen der Gruppe sammeln und verwerten Abfälle und erstellen und setzen Entsorgungskonzepte für ihre Kunden um (Becker + Brügesch), sind auf Textilien in der industriellen Reinigung spezialisiert (Becker Putztextilien) und vermarkten mit der „Ebb – Ersatzbrennstoffe Bremen“ Sekundärrohstoffe unter anderem nach Asien.

Unter der Leitung des Geschwisterpaares wuchs die Zahl der Mitarbeiter von 80 auf 200, verdreifachte sich die Größe des Betriebsgeländes, auf dem heute 150.000 Tonnen umgeschlagen werden können. Die ökologische Verantwortung ist Birgit Becker und ihrem Bruder wichtig: Nach dem Tod des Vaters errichteten sie das erste Bremer Bürogebäude nach Passivhausstandard. „Unsere Unternehmensphilosophie basiert auf dem Umweltschutz“, so Becker. „Als Recycling noch nicht in aller Munde war, erkannten wir die Bedeutung von nachhaltigem Wirtschaften – sei es im Büroalltag oder im Kernbereich unserer Dienstleistungen“, so die ausgebildete Krankenschwester und studierte Psychologin.

Ein gestandener Unternehmer ist Jesse Assanoh zwar noch nicht. Und seine Geschäftsidee nicht gänzlich innovativ. Und dennoch: Er habe mit seinem Konzept, Industriekunden zur Weiterverarbeitung mit metallischen Halbfertigprodukten zu versorgen, „Gründermut in einem gesättigten Marktumfeld“ bewiesen, so die Jury. So müssen sich Assanoh, der auf zehn Jahre Erfahrung im Metallhandel zurückblickt, und seine Mitstreiter alleine in Bremen nach eigenen Angaben gegen sieben Konkurrenten beweisen. Sein Unternehmen sei aber nicht nur erfolgreich, so die Jury, „es unterstützt als Ausbildungsbetrieb auch junge Talente“.

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