Die Kölschrocker von BAP unterhalten die Fans mit einer musikalischen Zeitreise

Von der Jugend bis in die Neuzeit

Die Kölschrocker von BAP haben die Fans in der Halle 7 mit einer musikalischen Zeitreise unterhalten. Im Mittelpunkt stand natürlich Wolfgang Niedecken (Mitte). - Foto: Kaack

Bremen - Von Ulf Kaack. Es war eine musikalische Reise von der eigenen Jugend bis in die Neuzeit, was die Kölschrocker BAP am Freitagabend ihren Fans in der nahezu ausverkauften Halle 7 auf der Bürgerweide ohrgerecht servierten. Eine Best-Of-Show anlässlich des 40-jährigen Band-Geburtstages – getragen von den alten Hits, angereichert mit akustisch wenig innovativen neuen Songs.

Musste auch nicht sein, denn das ursprüngliche Konzept von stilübergreifenden Kompositionen mit teils lyrischen, teils kritischen Texten zieht bis heute. Licht aus und los ging‘s mit dem Klang der Kölner Domglocken aus der digitalen Konserve. Mit „Frau, ich freu mich“ und „Ne schöne Jrooß“ setzten Niedecken und Co. von Beginn an auf Tempo, bedienten sich zunächst an bewährtem Material aus der Ära der „Atomkraft-Nein-Danke“-Buttons, der Friedensbewegung und des aufkommenden Helmut-Kohl-Zeitalters.

Klar, dass Wolfgang Niedecken – gerade 65 Jahre alt geworden – die gesamte Aufmerksamkeit des Publikums für sich beanspruchen konnte. Denn von der Urbesetzung der Kultband ist heute außer ihm keiner mehr übriggeblieben. Den Part des legendären Klaus „Major“ Heuser an der Gitarre, zwischenzeitlich durch Helmut Krumminga ersetzt, hat nun der souverän an seiner Fender Telecaster agierende Ulrich Rode übernommen. Die Band spielte druckvoll und ambitioniert auf: Peitschende Gitarrenriffs, schneidende Soli, flächige Klangteppiche aus der Hammondorgel und ein enormer Groove, abgeliefert von Schlagzeuger Sönke Reich und Werner Kopal am Bass, ließen die Stimmung in der Halle 7 zügig an den Siedepunkt gelangen. Beim Titel „Aff un zo“ aus dem Jahr 2001 hielt es kaum einen Fan mehr auf den Sitzen.

BAP in Bremen

Klar, dass die beiden musikalischen Dampfhämmer „Verdamp lang her“ und „Kristallnaach“ nicht fehlen durften. Aber auch fünf Titel aus dem aktuellen Album „Lebenslänglich“ hatten es auf die Setlist geschafft. Die wurde von der Band unter Zuhilfenahme einer Internetabstimmung der Fans zusammengestellt. Rock wechselte sich mit Balladen ab, es kamen Anleihen aus Reggae und Blues zu Gehör. Bewährte Hausmannskost halt, die jeder nur zu gern hören wollte. Der emotional ergreifendste Moment aus Chronistensicht war die zarte Hymne „Jupp“, komponiert 1981. Eingeleitet mit einem gezupften Intro auf der akustischen Gitarre, sang Wolfgang Niedecken in breiter kölscher Mundart von dem gescheiterten Phantasten, der „met zwei Yetis Skat jeklopp hätt“, erzählt „vun ‘nem karierte Zebra“ – „Nur vun Stalingraad, verzällt er nie“.

Zeilen, die wohl allen noch heute unter die Haut gehen.

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