Weinlese in Bremen: Saxe preist die Qualität

Der Jahrgang zum Schwärmen

Weinlese mitten in Bremen: Ralph Saxe vor der weiteren Verarbeitung der Trauben. - Foto: Saxe

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Der Bürgerschaftsabgeordnete Ralph Saxe von den Grünen wirkt geradezu euphorisch. Saxe ist ja nicht allein Politiker, sondern auch Weinhändler und Weinliebhaber. Und er ist, wenn man das so sagen darf, Bremens wohl bekanntester Winzer – was ja gut zu einer traditionsreichen Weinhandelsstadt passt.

Und in eben dieser Eigenschaft als Winzer ist der gebürtige Bremerhavener nun in eine gewisse Euphorie verfallen. Denn jetzt ist ja die Zeit der Weinlese. Und der 2016er? „Es wird der beste Wein in meiner zehnjährigen ,Laufbahn‘ werden“, so Saxe. Der Grund dafür ist der heiße Herbst.

„Die Konkurrenz aus Amseln, Meisen und Wespen reduziert den diesjährigen Ertrag des Bremer Weines. Ich habe mich in diesem Jahr wegen des schönen Wetters entschieden, erst im Oktober zu lesen“, so der Weinhändler und -erzeuger aus der Wachmannstraße weiter. Verschiedene Traubenbesitzer aus der Stadtmitte, aus Schwachhausen und aus Oberneuland liefern ihm die Reben. Die Gruppe trägt den leicht scherzhaften Namen „Winzergenossenschaft Wachmannstraße“.

In diesem Jahr hat die Gruppe mehrere Ernteausfälle zu beklagen – Mehltau-Befall. So rechnet Saxe diesmal auch mit nur knapp 100 Halbliterflaschen statt des langjährigen Ertrages von etwa 150 Flaschen. Doch: „Die Qualität übertrifft aber wegen des hervorragenden Septemberwetters alles, was ich in den vergangenen zehn Jahren geerntet habe. 2016 ist ein Jahrgang zum Schwärmen.“

Die bei dem Winzer Horst Beyer in der Franziusstraße (Schwachhausen) gelesenen roten Trauben etwa wiesen ein Mostgewicht auf, das im „hohen Spätlesebereich“ lag. „100 bis 110 Oechsle entsprechen bei vollständiger Vergärung einem natürlichen Alkoholgrad von mehr als 13 Prozent. 35 bis 40 Kilo Trauben konnten von dem komplett mit Wein bewachsenen Altbremer Haus geerntet werden. Ein wenig bleibt noch für die Amseln übrig, weil nicht jede Traube geerntet werden konnte“, sagt Saxe.

Am Mittwoch kamen noch die Trauben vom Bibelgarten am Dom mit hinzu. Sie sind der Namensgeber für die Rotweincuvee „Bibelgarten plus“. Es wird in diesem Jahr fast nur Rotwein geben. „Die bremischen Winzer mögen eindeutig lieber Rotwein anbauen“, so Saxe.

Diese erste Flasche des neuen Jahrgangs wird – wie gewohnt – im Rahmen des „Candlelight-Shoppings“ in der Wachmannstraße am 17. November gegen Höchstgebot versteigert werden. In diesem Rahmen folgt dann auch eine Scheckübergabe, die in diesem Jahr wieder an den „Notruf für vergewaltigte Frauen“ geht.

Die Flaschen werden gegen eine Spende zwischen 15 Euro (Rotwein, Jahrgang 2015, Rosewein, Jahrgang 2016) und 20 Euro (Rotwein, Jahrgang 2016) „in liebevolle Hände abgegeben“, so der Weinfachmann.

Die Ursprünge des Weinbaus in Frankreich

Wein – auch in Frankreich ein Thema. Denn dort wird ja noch mehr Wein angebaut als, sagen wir mal, in Bremen. Was das nun wiederum mit Bremen zu tun hat? Nun, hier gibt es ja das Institut Français an der Contrescarpe. Und das bietet nun zum ersten Mal ein Wein-Seminar an. Termin: Donnerstag, 13. Oktober, 19.30 Uhr.

Thema: „Südfrankreich – zu den Ursprüngen des französischen Weinbaus“. Referent Klaus Peper spricht über Weine aus dem Languedoc. Sieben Weine – ein Rosé, zwei weiße, vier Rotweine – werden verkostet. Teilnehmer zahlen 35 Euro, ermäßigt 25 Euro. Anmeldung erforderlich unter: kultur.bremen@institutfrancais.de.

Das nächste Weinseminar folgt am 3. November („Von Burgund bis Avignon“ mit Dr. Frank Nolte).

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