Zusammenarbeit von Martinshof und Union-Brauerei 

Bremens erstes Bio-Bier „Bremer Export“

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Sebastian Hinrichs hat an dem neuen Bio-Bier „Bremer Export“ mitgearbeitet. Das Bier ist eine Gemeinschaftsarbeit von Union-Brauerei und Martinshof.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Zwei Bremer Urgesteine haben zusammengefunden, und das Ergebnis kann sich sehen und trinken lassen. In einer Kooperation haben der Martinshof und die Union-Brauerei ein neues Bier auf den Markt gebracht: das Bio-Bier „Bremer Export“. Die ersten 1.000 Flaschen gibt es schon.

Vermittelt wurde die Zusammenarbeit durch das Projekt „Biostadt Bremen“, das bei Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) angesiedelt ist. „Das ist genau die Kooperation, die ich mir vor einem halben Jahr gewünscht habe“, sagt Lohse. „Ich habe mich gefreut, als ich die Union-Biere im Supermarkt sah, mir aber immer ein Bio-Bier gewünscht.“ So ist der Senator aus doppeltem Grund von der neuen Biersorte „Bremer Export“ begeistert. „Und dann noch dieser Kooperationspartner, der Martinshof, eine echte Bremensie“, schwärmt Lohse. „Sie alle verstehen jetzt mehr vom Bierbrauen als ich“, sagt Lohse in Richtung des Martinshof-Teams.

Bier besticht durch milden, malzigen Geschmack

Mit dem „Bremer Export“ ist wieder die Verbindung von Altbewährtem und Gegenwart gelungen. „Wir haben uns für die in Bremen sehr traditionsreiche Sorte ,Export‘ entschieden, aber einen modernen Hopfen ausgewählt, mit besonderer Würze“, sagt Markus Zeller, Gesellschafter der Union-Brauerei in Walle. Eingesetzt wird neben Biohopfen auch Biogerstenmalz. Das Bier besticht durch seinen milden, malzigen Geschmack, aber auch mit viel Würze, da es ungefiltert ist.

Die Werkstatt Bremen des Martinshofs gibt nicht nur 1.900 Menschen mit Behinderungen eine Teilhabe am Arbeitsleben, sondern hat mit den „Bremer Senatsprodukten“ schon bewiesen, dass sie Produkte von hoher Qualität produzieren kann. Für die Entstehung des ersten Bremer Bio-Biers hat sich Mitarbeiter Sebastian Hinrichs ordentlich ins Zeug gelegt. „Wir haben bei allen Flaschen kontrolliert, ob die auch heil sind. Dafür haben wir Lichtkästen, an denen die Flaschen vorbeifahren. Das sieht so ein bisschen aus, wie bei Röntgenaufnahmen. Man sieht auch, ob die Flaschen sauber sind“, erzählt der 23-Jährige von seiner Arbeit. „Außerdem habe ich Malz zum Erhitzen in die Maschine gegeben.“ Hinrichs mag zwar Bier, trinkt aber nur ganz kleine Mengen. Deshalb muss er sich Bierflaschen immer mit anderen teilen, erzählt er.

Sehr gelungene Inklusion

Etwa die Hälfte der Arbeitsschritte findet bei der Union-Brauerei statt, die andere Hälfte in der „Werftküche“ des Martinshofs am Schiffbauerweg in Gröpelingen auf dem alten AG-Weser-Gelände. Die Holzwerkstatt des Martinshofs in Bremen-Nord fertigt Holzkisten für die Bierflaschen an.

Die Beschäftigten des Martinshofs sind auch bei der Abfüllung dabei und etikettieren die Flaschen. Sie setzen zudem den Brauvorgang in Gang. „Das ist sehr gelungene Inklusion, da unsere Beschäftigten viele Aufgaben in der Brauerei zusammen mit dem Team dort erledigen. Sie durften auch unter Anleitung die Maschinen bedienen und haben ganz viel über Bier gelernt“, sagt Bernd Zerhusen, Produktionsleiter in der Betriebstätte Schiffbauerweg.

Zu haben ist das Bier in 0,75-Liter-Flaschen für 5,50 Euro und in 0,33-Liter-Flaschen für 1,50 Euro unter dem Namen „Bremer BioStadt Bier“. Beim Martinshof können die großen Flaschen online bestellt werden.

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