Creditreform: Land Bremen und Bremerhaven haben die höchsten Schuldnerquoten

Immer noch Schlusslicht

Verena Dahlke und Dr. Peter Dahlke präsentierten die aktuelle Erhebung zur Überschuldung von Privatpersonen in Bremen und Bremerhaven. - Foto: Reineking

Bremen - Von Viviane Reineking. Es bleibt dabei: Bremen bleibt Schlusslicht im aktuellen „Schuldneratlas“, den die Wirtschaftsauskunftsdatei Creditreform am Donnerstag vorgestellt hat. Das kleinste Bundesland hat sich kaum merklich verbessert – die Schuldnerquote sank von 14,08 auf 14,01 Prozent. Tiefrot bliebt auch die Seestadt: Etwa jeder fünfte Bremerhavener (20,8 Prozent) ist überschuldet.

Trotz sinkender Arbeitslosigkeit und einer stabilen Konjunktur steigt die Zahl der überschuldeten Menschen in Deutschland seit einem Tiefpunkt 2011 kontinuierlich an. Insgesamt liegt die Überschuldungsquote bundesweit bei 10,06 Prozent 6,85 Millionen Menschen – etwa jeder zehnte Bundesbürger – sind also überschuldet. Das bedeutet: Die monatlich zu leistenden Gesamtausgaben sind höher als die Einnahmen.

Damit haben die Fälle von Überschuldung privater Verbraucher in Deutschland laut der jüngsten Erhebung „spürbar“ zugenommen (plus 131 000 Personen), denn im vergangenen Jahr wurden noch 6,72 Millionen (9,92 Prozent) Schuldner ermittelt. Die „gute“ Nachricht lautete also gestern: „In Bremen ist es wenigstens nicht noch schlimmer geworden“, sagte Dr. Peter Dahlke von Creditreform Bremen.

Es bleibt bei einem Nord-Süd- sowie Stadt-Land-Gefälle, so Dahlke weiter. Während Bayern (7,35 Prozent) und Baden-Württemberg (8,34 Prozent) die geringsten Überschuldungsquoten aller Bundesländer für sich verbuchen können, liegt Bremen, nach Berlin (12,74 Prozent), auf dem letzten Rang. Bei den zehn Städten mit mehr als 400 000 Einwohnern weisen fünf Städte eine höhere Quote als Bremen auf, darunter Duisburg (16,64 Prozent) und Dortmund (14,46 Prozent), Essen, Leipzig und die Bundeshauptstadt Berlin. Insgesamt sind in der Stadt Bremen knapp 59 000 Menschen überschuldet.

Die höchste Quote aller 402 Städte verzeichnet Bremerhaven, das bereits seit 2009 zum siebten Mal in Folge die „rote Laterne“ innehat: Rund 19 100 Bremerhavener sind hier überschuldet, die meisten von ihnen leben im Stadtteil Lehe. Hinter der Seestadt folgen der Erhebung nach Pirmasens, Wuppertal und Offenbach am Main.

In Bremens City gibt es laut Dahlke „minimalste Veränderungen“. Ein Blick auf die Karte zeigt: Am wenigsten Schuldner leben in Schwachhausen und Riensberg (Postleitzahl 28213, 4,65 Prozent), in Arsten und Habenhausen (5,01 Prozent). Ganz hinten liegen die Gröpelinger Ortsteile Ohlenhof und Oslebshausen (24 Prozent) sowie die Altstadt und die Bahnhofsvorstadt (23,97).

Um Bremerhaven und Bremen herum färbt sich der Atlas vor allem gelb und grün, der Anteil an Schuldnern liegt hier bei unter zehn Prozentpunkten. Im Bremer Umland bildet Delmenhorst (Postleitzahl 27749) mit einer Quote von 21,67 Prozent das Schlusslicht. Lilienthal (7,12), Stuhr (7,47), Weyhe (8,22), Achim (8,46) und Syke (8,83) weisen eine vergleichsweise geringe Quote auf, Verden kommt auf 11,25 Prozent.

„Überschuldung bleibt übrigens ,Männersache‘“, so Creditreform-Geschäftsführerin Verena Dahlke. Bundesweit sind 4,21 Millionen Männer und 2,64 Millionen Frauen überschuldet. Bei den unter 30-Jährigen ist die Überschuldung zurückgegangen, bei den älteren (ab 70 Jahren) nimmt sie stark zu.

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