Chris de Burgh beeindruckt sein Publikum auf der „Summer-Tour“ im Bremer Musicaltheater am Richtweg

„Ihr singt wie die Engel“

Chris de Burgh und sein Keyboarder Nigel Hopkins zelebrierten zweieinhalb intensive Konzertstunden. - Foto: Photoka

Bremen - Von Viviane Reineking. Mit Band rockte er das Bremer Musicaltheater im vergangenen Jahr, jetzt kam Chris de Burgh für seine „Summer-Tour“nur in Begleitung seines Keyboarders Nigel Hopkins. Der irische Weltstar unplugged – es funktioniert.

Großer Applaus, noch bevor er überhaupt einen Song gesungen hat. Ein kurzes Nicken, ein fast schüchterner Blick hinauf ins Publikum. „Es ist wunderbar, wieder in Bremen zu sein“, sagt Chris de Burgh nach zwei Songs. Er hat ein paar deutsche Sätze im Gepäck. Der irische Sänger, der mit seinen Hits Weltruhm erlangte, weiß genau, was ankommt bei den rund 1 400 Fans im vollen Haus am Richtweg.

Der Ire beginnt mit eher seichten Titeln wie „Tender Hands“, „A  Womans Heart“ („dem größten Mysterium des Universums“) sowie „Five past dreams“ und tauscht für „Fire on the Water“ Gitarre gegen Klavier. Mit „Sailing away“ vom 88er Album „Flying Colours“ steigt die Stimmung, es gibt Sonderapplaus. „Ihr singt wie die Engel“, bedankt sich der in Argentinien geborene Singer-Songwriter augenzwinkernd.

Und plaudert schelmenhaft gleich weiter: Von seiner Kindheit, die er mit seiner Familie in einer Burg verbrachte, „mit wenig Geld, aber großer Vorstellungskraft“. Die Vorstellung etwa von einer Burg voller Geister, „in der ,The Ghost of old King Richard’ durch die Flure geht, als sei er lebendig“.

Die Songs des Abends stammen von fast allen seiner insgesamt 20 Alben – von „A  Spaceman came travelling“ (1975) über „Missing you“ (1988) bis zu „There goes my Heart again“ vom jüngsten „Hands-of-Man“-Album. Der mittlerweile 67-Jährige nutzt die Gelegenheit, für September sein neues Werk „A better World“ anzukündigen, gibt Kostproben und fragt, auch mit Blick auf aktuelle terroristische Anschläge: „Brauchen wir nicht eine bessere Welt?“

De Burgh singt getragene Lovesongs wie „My Heart Surrender“, tanzt zum folklastigen „The Storm“ über die Bühne und sorgt, ohne Gitarre und regungslos am Mikro stehend, mit seiner Anti-Kriegs-Hymne „Borderline“ für einen großen Gänsehaut-Moment. „Liebe ist sehr viel stärker als Hass“, so seine Botschaft in Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags in Nizza. Vom ergriffenen Publikum gibt’s dafür stehende Ovationen.

Die ganz großen Hits kommen zum Schluss. Das begeisterte Publikum setzt sich erst gar nicht mehr: „Don’t pay the Ferryman“ hat er ebenso noch mit auf seine Setlist gepackt wie – natürlich – die „Lady in Red“. Nicht immer sitzen alle Töne dort, wo sie hingehören. Geschuldet ist dies wohl seinem „Ausflug“ ins Publikum, wo er selige Anhängerinnen (und Anhänger!) und einen noch ganz jungen Fan herzt.

Mit dem rockigen „High on Emotion“ und dem melodiösen „The Snows of New York“ entlässt der irische Sänger seine glücklichen Fans nach knapp zweieinhalb intensiven wie tollen Konzertstunden nach Hause.

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