20 000 Fans beim Schlagerfestival „Bremen Olé“ auf der Bürgerweide

„Ich würd‘ es wieder tun“

„Ich würd‘ es wieder tun: Sängerin Michelle begeisterte das Publikum auf der Bürgerweide. - Foto: Kaack

Bremen - Von Ulf Kaack. Was Heinz-Rudolf Kunze einst als die „Ölpest der Tonkunst“ bezeichnete, verzückt heute die Massen. Vor allem in der Generation, die ihn noch vor Jahren verteufelten – gemeint ist der deutsche Schlager. Das Festival „Bremen Olé“ auf der Bürgerweide mobilisierte am Sonnabend vom frühen Nachmittag bis tief in die Nacht hinein etwa 20 000 Fans des seichten Genres.

Es ging nicht um musikalischen Anspruch oder kulturellen Tiefgang, sondern rein um Party, Stimmung und gute Laune. Ein Konzept, das aufging. Echte Stars und aufblühende Sternchen gaben sich auf der Bühne die Klinke in die Hand.

Nachdem Mitch Keller den ungeliebten Auftakt der Megashow absolviert hatte, trat mit Jürgen Drews der Grandseigneur der Branche vors Publikum. Und das war auf einen Schlag euphorisiert.

Heiratsantrag bei „Onkel Jürgen“

„Onkel Jürgen“ feuerte eine ganze Reihe seiner bekannten Hits ab, beendete sein Set mit dem umjubelten „Ein Bett im Kornfeld“ und legte noch eine ganz besondere Zugabe drauf: Aus der Menge der Zuschauer holte er sich Maike Janssen auf die Bühne. Und dann die Überraschung! Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, machte ihr ihr Freund Marvin Fastenau kniend einen Heiratsantrag. Das Publikum tobte, natürlich sagte Maike „Ja“ vor dieser Kulisse.

Pünktlich zum Auftritt von Klaus und Klaus öffnete dann der Bremer Himmel seine Schleusen. Doch selbst der einstündige Platzregen konnte der guten Laune keinen Abbruch tun. Wacker zogen die beiden ihr maritim angehauchtes Programm durch, begannen mit Achim Reichels „Aloha heja he“ – und endeten mit einem angerockten Shanty-Medley.

Während die meisten Künstler ihr Set zu Playback-Klängen aus der Digitalkonserve absolvierten, traten die Kölner Karnevalsrocker „Brings“ komplett mit Band auf. Mit „Polka, Polka, Polka“, „Superjeilezick“ und „Man müsste nochmal 20 sein“ brachten sie die Menge nachhaltig zum Kochen, was anschließend Michelle mit Songs aus ihrem aktuellen Album „Ich würd‘ es wieder tun“ noch zu toppen wusste.

Und dann kam er: Matthias Reim. Stürmisch umjubelt, präsentierte er ein Feuerwerk alter und neuer Hits. Der zeitlose Chartstürmer „Verdammt, ich lieb‘ Dich“ durfte dabei natürlich nicht fehlen. Höhepunkt seines 45-minütigen Auftritts war jedoch die Ballade „Du bist alles was ich will“, die Reim im Duett mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin Michelle zu Gehör brachte.

Bremen Olé

Zum Ende des „Bremen-Olé“-Festivals ging es dann abwärts auf „Ballermann“-Niveau. Peter Wackel und Mickie Krause intonierten aufpeitschende Songs voller Anzüglichkeiten – und lagen damit voll auf dem angesagt-brachialen Gute-Laune-Kurs des achtstündigen Schlagermarathons.

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