Hauptverkehrsader am Sonntag gesperrt / Sanierte Straßenbahngleise am Hauptbahnhof wieder in Betrieb

24 Hydraulikpressen heben Hochstraße an

Prüfingenieur Uwe Sabotke neben der montierten Hydraulik mit den vier blauen Pressen. - Foto: Kowalewski

Bremen - Am Sonntag wird die Hochstraße am Bremer Hauptbahnhof angehoben und wieder geradegerückt. Diese ist durch die Arbeiten in der Baugrube für das „City Gate“ abgesackt und leicht schräg geworden. Für die Korrektur ist ein enormer technischer Aufwand vonnöten. 24 Hydraulikpressen kommen zum Einsatz. Platten sollen dann unter die Träger geschoben werden. Das Verhalten der Brücke wird während der Anhebung und auch bis zum Ende der Bauarbeiten von einer Kamera überwacht. Bereits heute, Freitag, um 15 Uhr werden die gesperrten und sanierten Straßenbahnschienen am Hauptbahnhof wieder freigegeben.

Bis zu 4.800 Tonnen Druck kann die Hydraulik-Anlage aufbringen, die die Hochstraße am Sonntag ab 8 Uhr anheben soll. „An jedem der Stützpfeiler sind vier Pressen angebracht. Alle 24 Pressen sind hydraulisch miteinander verkoppelt. So lassen sie sich gemeinsam ansteuern“, sagt Prüfstatiker Uwe Sabotke, der im Auftrag der Bremens die Baustelle „City Gate“ überwacht. Die sensible Kontrolle der eingesetzten Hydraulik-Pressen während des Anhebens ist wichtig, weil die Fahrbahnbrücke fest mit den Trägern verbunden ist. Würde ein Bereich zu stark angehoben, könnten Risse in der Verbindung auftreten, so Sabotke. Für den Vorgang sind fünf Stunden angesetzt. Das Anheben in kleinen Schritten wird für Zuschauer, die aus Sicherheitsgründen nicht nah ran dürfen, kaum zu erkennen sein. Die Hochstraße ist von 8 bis maximal 19 Uhr gesperrt. Unter ihr läuft der normale Straßenverkehr weiter.

Ein Messpunkt an einem Stützpfeiler, der von der Kamera am Columbus-Hotel anvisiert wird. - Foto: Kowalewski

In die entstandenen Spalten sollen sogenannte Futterbleche aus Stahl eingebaut werden. Fest verschweißt werden diese allerdings erst nach Ende der Bauarbeiten des „City Gates“, da nicht auszuschließen sei, dass weitere Eingriffe dieser Art nötig werden, heißt es. Die Hochstraße wird bereits seit vier Wochen von einer Kamera am Columbus-Hotel gegenüber dem Hauptbahnhof überwacht. Diese hat an jedem der Träger einen Messpunkt im Blick und kann bereits auf Veränderungen in der Größenordnung von ein bis zwei Millimetern reagieren. „Alle 20 Minuten wird mit Hilfe der Kamera geprüft, ob sich bei der Hochstraße irgendwas verändert“, sagt Sabotke. Sowohl die Kamera als auch die Hydraulikpressen bleiben bis zum Ende der Arbeiten am Hotel- und Bürokomplex „City Gate“ in Position. Die Kosten für die Maßnahme an der Hochstraße übernimmt die Achim Griese Treuhandgesellschaft, Bauherrin des „City Gates“. Die Stadt geht in keinerlei Vorleistung, betont Jens Tittmann, Sprecher des Bauressorts. Die Anhebung wird von Thyssen Krupp durchgeführt. Der Konzern hat auch das Konzept dafür entwickelt.

Sabotke wird nicht müde zu betonen, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für die Brücke und den Autoverkehr bestand. „Die Brücke ist 15 Millimeter abgesackt und hat eine Querneigung von drei Millimetern angenommen“, sagt Sabotke. Ein Absacken von fünf Millimetern wäre so gut wie unproblematisch gewesen. Die maximal vertretbare Querneigung beträgt laut Verkehrsressort fünf Millimeter. Im Falle der Hochstraße gebe es aber eine besondere Verantwortung aufgrund ihrer enormen Bedeutung für den Verkehrsfluss. Darum werde diese unverzüglich wieder in ihre Normallage gebracht, um das Risiko weiterer Schäden und damit eines möglichen Ausfalls dieser wichtigen Verkehrsader zu eliminieren. „Es wäre nicht auszudenken, was es bedeuten würde, die Hochstraße für Monate sperren zu müssen“, sagt Sabotke.

Ungewöhnlich und auffällig sei aber das starke Absacken zweier Gleise am BSAG-Knotenpunkt neben der Baugrube, so Sabotke. Die BSAG hat angekündigt, heute um 15 Uhr die gesperrten Gleise A und B wieder für den Betrieb freizugeben. Die Gleise waren um bis zu sieben Zentimeter abgesackt. 

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