Brief-Lesung im Overbeck-Museum

Humor und Kümmernisse

Hermine Rohte und Fritz Overbeck auf ihrem Verlobungsfoto von anno 1896. - Foto: Overbeck-Museum

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Szenen einer Künstlerehe sind ja gegenwärtig das Thema im Vegesacker Overbeck-Museum. Noch bis Sonntag, 12. Juni, geht es in der Ausstellung „Zwischen uns hat die Kunst vermittelt“ um Fritz Overbeck (1869 bis 1909) und seine Frau Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937). Auch die Briefe des Paares spielen eine Rolle. Präsentiert werden 80 Gemälde und 60 Briefzitate. Hinzu kommt nun eine Lesung.

Fritz Overbeck gehörte zu den fünf Gründungsvätern der Künstlerkolonie Worpswede. 1905 verließ er Worpswede dann, um sich mit seiner Familie in Bröcken bei Vegesack niederzulassen. Im Alten Packhaus an der Alten Hafenstraße 30 ist ihm und seiner Frau seit 1990 das Museum gewidmet.

Wie alles angefangen hat, das weiß Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi: „Als die Malerin Hermine Rohte 1896 in einer Münchener Ausstellung von einem Landschaftsgemälde Fritz Overbecks so begeistert ist, dass sie den Maler bittet, bei ihm Unterricht nehmen zu dürfen, beginnt ein Briefwechsel, der mit Unterbrechungen bis zu Fritz Overbecks tragisch frühem Tod im Jahr 1909 reicht.“

Nur drei Monate, nachdem sie sich kennengelernt haben, sind die beiden Künstler bereits verlobt. Später heiratet das Paar und bekommt zwei Kinder.

„In lebendigen, anschaulichen und oftmals sehr persönlichen Briefen diskutieren Fritz und Hermine Overbeck über Kunst und versichern einander ihre Liebe“, so Pourshirazi weiter. „Doch der Leser dieser Briefe erfährt auch etwas über ihre Lebensumstände und Reisen, über den Humor, der in der Familie gepflegt wurde, und über ihre Sorgen und Kümmernisse. Das unerwartete und jähe Ende dieser liebevollen Künstlerehe berührt bis heute.“

Am letzten Tag der Ausstellung tragen nun Martin Mader und Helle Rothe vom Statt-Theater Vegesack in einer Matinee-Lesung im Overbeck-Museum Auszüge aus dem Briefwechsel zwischen Fritz und Hermine Overbeck vor – eben am 12. Juni, und zwar um 11.30 Uhr. Im Anschluss (um 12.30 Uhr) führt Pourshirazi durch die Ausstellung. Eintritt für die Lesung: zwölf Euro; Lesung plus Führung: 15 Euro.

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