Gebäude im Europahafen vor Abriss

Hotel statt Anbiethalle

Dieser rote Klinkerbau, in dem sich unter anderem bis vor wenigen Tagen die Anbiethalle befand, weicht einem Hotelkomplex. Die Baum-Gruppe investiert hier 23 Millionen Euro. - Foto: Esser

Bremen - Der Zaun steht bereits, in Kürze rücken Bagger, Radlader und weitere Baufahrzeuge an. Sie werden das Verwaltungsgebäude Europahafen abreißen. Drei Monate sind dafür angesetzt. Das Gebäude, in dem sich unter anderem die Anbiethalle befand, weicht einem großen Hotel- und Wohnkomplex.

Die Baum-Gruppe investiert hier auf dem Grundstück in der Überseestadt nach eigenen Angaben rund 23 Millionen Euro. Geplant ist ein Hotel mit mehr als 110 Zimmern. Außerdem ist Platz für rund 90 Appartements. Ins Erdgeschoss des Neubaus werden auf 1.000 Quadratmetern Dienstleiter und Geschäfte einziehen.

Doch erst einmal wird der rote Klinkerbau auf einer der letzten großen freien Brachen in der Überseestadt abgerissen. Die Rückbauarbeiten starten mit der Entkernung des Gebäudes. Vor ein paar Tagen wurde das Gelände zwischen dem Hansator und „Kaffee-Quartier“ eingezäunt. Nun beginnen die Arbeiten auf dem Grundstück. Rund drei Monate dauert die Maßnahme voraussichtlich an, sagte gestern Juliane Scholz, Sprecherin der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB). Scholz: „Zunächst wird das Innere des Verwaltungsgebäudes entkernt, sortiert und größtenteils recycelt. Danach findet der Abbruch statt.“ Zuletzt wird das Gelände an die Höhen der umgebenen Straßen angepasst.

Auf dem rund 6.500 Quadratmeter großen Grundstück wird der Hotel-, Wohn- und Bürokomplex in einer sogenannten Riegelbebauung in L-Form entstehen. Für die Vermarktung ist die WFB zuständig, die das Grundstück an die Baum-Gruppe vergekauft hat. Laut Scholz werden die Bauarbeiten voraussichtlich noch dieses Jahr beginnen. Insgesamt umfasst die Brachfläche 20.000 Quadratmeter. Auf dem Gelände soll eine neue Siedlung entstehen, den Anfang macht auf einem Teilstück die Baum-Gruppe mit ihrem 23-Millionen-Euro-Projekt.

Auf den Nachbargrundstücken befinden sich zur Zeit noch Asylunterkünfte. Da dort auch Kinder leben, wurde der Bauzaun doppelt gesichert. Zudem haben Sicherheitsposten ein wachsames Auge auf die Ein- und Ausfahrt zum Abriss-Grundstück.

„Uns ist die Nähe zu den Unterkünften bewusst und entsprechend sehr wichtig, dass wir sensibel mit der Baumaßnahme umgehen und für ein hohes Maß an Sicherheit sorgen“, betonte Torsten Klieser, Projektleiter der Rückbaumaßnahme bei der WFB. Er steht zudem den Angaben zufolge in regelmäßigem Austausch mit der Leitung der Asylunterkunft, mit der die gesamte Maßnahme im Vorfeld durchgesprochen worden sei, wie es heißt. Die Zelte sollen bis März 2017 genutzt werden.

Die Anbiethalle, die im Verwaltungsgebäude noch bis Freitag Mahlzeiten servierte, zieht an einen neuen Standort um. Nur rund 150 Meter weiter, am Speicherhof 4, hat Pächter Hans-Jürgen Schreiber frisch renovierte Räumlichkeiten in der sogenannten Alten Bahnmeisterei bekommen. Voraussichtlich am Montag, 18. Juli, eröffnet Schreiber die Anbiethalle hier wieder und plant für Anfang August ein „Kennenlern-Sommerfest“. 

gn

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