Stürmische Zeiten im Overbeck-Museum

Hier wird der Herbst in Szene gesetzt

Anno 1906 hat Fritz Overbeck die „Bäume im Herbststurm“ (Öl auf Leinwand) gemalt. - Foto: Overbeck-Museum

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Sie wiegen sich nicht nur im Wind, sie biegen sich geradezu. Klar, der Wind ist ja auch ein Sturm. Ein Herbststurm! „Bäume im Herbststurm“ heißt es denn auch, das Ölbild, das Fritz Overbeck im Jahr 1906 gemalt hat. Jetzt ist es das „Bild des Monats“ im Vegesacker Overbeck-Museum.

„Unwirtlich“ komme das Gemälde daher, sagt Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi. Der Sturm zerre am herbstlich gefärbten Blattwerk der Bäume. „Einzelne Blätter fliegen davon, die dunklen Wolken am Himmel kündigen Regen an. Düster, vor allem aber ungeheuer dynamisch wird hier eine herbstliche Landschaft in Szene gesetzt.“

Pourshirazi setzt zu einem kunsthistorischen Vergleich an: „Schon die holländischen und flämischen Maler des 17. Jahrhunderts malten dramatisch anmutende Wetterszenerien. Das Besondere an ihren Motiven waren die dominanten, großflächigen Himmel- und Wolkenformationen.“ Aber: „Diese scheinbar so realistischen Landschaftsdarstellungen waren freie Erfindungen. Im Atelier wurden die Gemälde aus vielen einzelnen Elementen zusammengesetzt.“

Das änderte sich erst deutlich später – im 19. Jahrhundert nämlich, als sich die Freilichtmalerei durchsetzte. Da konnten sich „Maler wie Fritz Overbeck während ihrer Streifzüge durch die Natur direkt von ihrer unmittelbaren Umgebung inspirieren lassen“, so Pourshirazi. Insbesondere die Worspsweder hätten dabei „Gewitterhimmel, schwere Wolken und Sturm“ für „malerischer und künstlerisch interessanter“ als etwa Sonnenschein und blauen Himmel gehalten.

Overbeck (1869 bis 1909) gehörte zu den fünf Gründungsvätern der Künstlerkolonie Worpswede. 1905 verließ er Worpswede dann, um sich mit seiner Familie in Bröcken bei Vegesack niederzulassen.

Im Alten Packhaus an der Alten Hafenstraße 30 ist ihm und seiner Frau, der Malerin Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937), dort seit 1990 das Museum gewidmet. Es ist täglich außer montags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Reihe „Bild des Monats“ rückt alle vier Wochen ein anderes Werk des Hauses in den Fokus – dieses Mal auf geradezu stürmische Weise.

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