200.000 Zuschauer beim Freimarktsumzug

Freimarktsumzug: Hexen, Zauberer und Fanfaren

Roter Pulli, blaue Latzhose – „Die Adelheider“ begeisterten Zuschauer und Jury beim 49. Freimarktsumzug mit ihrem „Super-Mario“-Festwagen. - Foto: Koller

Bremen - Von Steffen Koller. Hexen, Helden und heiße Tanzeinlagen – 200.000 Zuschauer strömten nach offiziellen Angaben am Sonnabend zum 49. Freimarktsumzug in die Bremer Innenstadt. An der 2,9 Kilometer langen Strecke von der Neustadt bis zum Breitenweg feierte die Hansestadt den Höhepunkt ihrer „fünften Jahreszeit“. Vor allem die Kleinsten machten dabei besonders große Augen.

Große Laster rollen im Schritttempo über den Marktplatz, riesige Boxen lassen Discomusik durch die Bremer Innenstadt hallen. Als die mehr als 140 Gruppen – angeführt von „Miss Freimarkt“ Anne Imhoff – durch die Straßen ziehen, ist die Freude groß bei allen Zuschauern. Besonders die Kleinen haben heute einiges vor – und sind dem entsprechend ausgestattet.

Mit Tüten und zum Teil Regenschirmen „bewaffnet“, sind sie kaum zu bremsen, als von den bunt geschmückten Festwagen im Minutentakt süße Leckereien geworfen werden. Sie rennen von einem Fleck zum nächsten, rufen: „Hier! Hier!“, als Hexen, Zauberer, Landknechte, Fanfarengruppen, Dachdecker, Suppenengel und Co. durch die Straßen ziehen.

Große Party, schräge Grimassen: Der Umzug mit insgesamt 143 Gruppen sorgte für fröhliche Gesichter. - Foto: Koller

Ob Blocklands Landjugend, Bremer Bäcker, Rock‘n‘Roller oder Porzellan-Krankenschwestern – jede der 143 angemeldeten Gruppen und jeder der 3 800 Teilnehmer zeigt, dass die Sache ernst ist. Lautes Trommelfeuer begleitet zeitgleich Trompetenklänge und der Bass dröhnt, während neben ordentlich süßen Leckereien auch das ein oder Bier, Brötchen oder Würstchen verteilt wird.

Angela (43) und Ralf (47) aus Ritterhude, die mittlerweile nicht mehr genau wissen, wie oft sie den Umzug schon gesehen haben, sind jedes Jahr aufs Neue begeistert. „Die Leute geben sich so unglaublich viel Mühe“, meint Ralf. Und Angela ergänzt: „Das muss mit Lautstärke gefeiert werden.“

Und so hallen neben dem obligatorischen „Ischa Freimaak“ auch regelmäßige Jubelrufe durch die Zuschauerreihen, die trotz kühler acht Grad Außentemperatur keine Müdigkeit aufkommen lassen.

Ähnlich sehen das auch Michael (27) und sein Kumpel Freddi (26) aus Bremen. Für die beiden sei der Umzug, der seit 1968 durch Bremen zieht, aber nur ein „Aufwärmprogramm“ für den „Partymarathon“, den sie zusammen mit Freunden für den Abend geplant haben. „Halle 7 ist unser Ziel. Vorher können wir hier noch ordentlich einen drauf machen“, meint Freddi.

Freimarktumzug in Bremen 

Beide haben sich am Rand bereits ein kleines Sammelsurium an Bier und Schnaps zusammengetragen und trotzen so der Kälte. So wie die beiden Bremer machen es viele am Sonnabend. Gegen 14 Uhr ziehen bereits unzählige Gruppen mit buntem Kopfschmuck, geschminkten Gesichtern, Trachten und voller Vorfreude lautstark durch den Hauptbahnhof. Von Mallorca-Partyhits bis zum folkloristischen Liedgut ist alles dabei – verdutzte Blicke der Zugreisenden inklusive.

Und dass sich der Aufwand nicht nur für die Besucher lohnt, zeigt sich für einige Gruppen nach der Parade. Gespannt warten sie auf das Urteil der siebenköpfigen Jury, die letztlich „Die Adelheider“ mit ihrem vielumjubelten „Super-Mario“-Auftritt zum Sieger in der Kategorie „Festwagen“ kürt. In der Sparte „Fußgruppen“ holen sich die „Bremen Unicycler“ den obersten Platz auf dem Podest. Der 50. Freimarktsumzug schlängelt sich am 21. Oktober 2017 durch Bremen.

Mehr Informationen online unter: www.freimarktlife.de

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